Arnies Bodybuilding-Wiege

TRIER. Was haben Arnold Schwarzenegger, Henry Maske und Ralf Möller gemeinsam? Sie haben alle schon in Trier ihre Muskeln gestählt, und zwar im 1966 eröffneten Trierer "Fitness-Studio Kaufmann" – zu einer Zeit, als der Begriff "Bodybuilding" hierzulande noch ein Fremdwort war.

Das Studio gibt's immer noch, auch wenn einige der damaligen Athleten mittlerweile die Branche gewechselt haben. Von außen wirkt das Studio eher unscheinbar. Die Fenster sind mit Rollos fast blickdicht verschlossen, große bunte Logos, die auf ein Fitnessstudio hinweisen, gibt es nicht. Zwei Mal umgezogen

Das Studio strahlt Selbstverständlichkeit aus und wirkt authentisch. Mit diesem Eindruck liegt man auch gar nicht so falsch, denn das "Fitness-Studio Kaufmann" gibt es schon seit 1966. Damals, noch im Jakobsspitälchen ansässig, zog der Besitzer Hans Kaufmann 1976 in die Brückenstraße um und betreibt sein Studio seit 1982 in der Karl-Marx-Straße. "Mit einem Kollegen aus Luxemburg haben wir versucht, den Bodybuilding-Trend aus den USA auch in Deutschland zu etablieren", erinnert sich Hans Kaufmann. Er selbst betreibt ebenfalls seit 1966 Bodybuilding und will trotz seiner Fitness sein Alter lieber nicht verraten. "Damals hat die Welt-Elite hier trainiert", sagt Kaufmann und deutet auf die mit Fotos verzierten Wände des Studios. "Arnold Schwarzenegger, Ralf Möller und Henry Maske waren alle schon hier", sagt er, als wäre es selbstverständlich. Dabei war es für Kaufmann nicht leicht, Bodybuilding in Trier bekannt zu machen: "Die Sportgeräte haben wir damals alle selbst gebaut", erklärt der Trierer, "nach und nach fand das Bodybuilding dann immer mehr Anhänger. Und auch die Ärzte haben irgendwann erkannt, dass es dem Körper doch gut tut, ein paar Hanteln zu stemmen." Vorausgesetzt, man macht es richtig: "Es kommt beim Training darauf an, mit Gewichten alle Muskelgruppen des Körpers zu trainieren", sagt Kaufmann. Und das könne man eben nur mit einer gewissen Erfahrung. In den vergangenen 40 Jahren hat Kaufmann in seinem Studio auch schon einiges erlebt: "Es gab mal einen Film, der hieß ‚Als die Römer nach Trier kamen'", erzählt Kaufmann, "das war um 1987. Da haben sie nach muskulösen Statisten gesucht und von hier rekrutiert." An der Wand hängt ein altes Foto der Filmaufnahmen vor der Porta Nigra. "Es gab auch mal einen Kunden, der erst mit 70 Jahren mit Bodybuilding angefangen hat. Er kam jeden Tag und hat immer eine Stunde trainiert - 20 Jahre lang." Der Trierer Sänger "Sir Henry" habe auch bei Kaufmann trainiert: "Am Anfang hat er 180 Kilo gewogen und nach einem Jahr Training hatte er 85 Kilo abgenommen. Von da an nannten wir ihn den ‚halbierten Mann'", sagt Kaufmann lachend. Jeden Nachmittag im Studio

Auch nach 40 Jahren steht Kaufmann noch jeden Nachmittag selbst im Studio - der gelernte Schlachter hat seinen früheren Beruf aber nie aufgegeben. Ob er auch in weiteren 40 Jahren noch im Laden steht, kann heute freilich niemand sagen. Aber einer Sache ist er sich sicher: "Es gibt keinen gesünderen Sport als Hanteltraining!"