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Die Ankündigung des Programms von [’pro:c-dur ] konnte neugierig machen: "Sie rocken und philosophieren, sie klassiken und parodieren, am Flügel, mit E-Gitarre und dem ganzen Charme großer kleiner Jungs." So ganz erfüllten die beiden Musiker die Erwartungen zwar nicht, sie boten aber trotzdem gute Unterhaltung.

Trier. Bis vor kurzem bestand das Duo ['pro:c-dur] aus Timm Beckmann und Tobias Janssen. Wer die beiden auf der Bühne bereits erlebt hatte, wurde im großen Saal der Tufa überrascht: Statt des tätowierten, in Cargohose und T-Shirt gekleideten Tobias Janssen begleitet nun Anzug- und Dutt-Träger Patrick Steinhaus den Pianisten Timm Beckmann an der E-Gitarre.
Die beiden sind noch nicht lange ein Duo, das ist zu spüren. Ein wortwitziger Schlagabtausch kommt nur selten zustande, zu oft steht Steinhaus herum, während Beckmann seine Worte ans Publikum richtet und den verbalen Teil der Show praktisch alleine stemmt.
Doch musikalisch haben beide einiges zu bieten. Gleich zu Beginn stellt Timm Beckmann klar: Einen Kulturauftrag hätten sie zu erfüllen - und das sei immer ein Risiko. Denn die beiden wagen es, E- und U-Musik miteinander zu vermischen: Da werden Metallicas "Enter Sandman" und das "Schlaflied" von Johannes Brahms vereint - und es hört sich alles andere als schräg an. Auch Parallelen zwischen den Songs von Andreas Bourani, Wolfgang Petry und Coldplay sorgen für einen Aha-Effekt und viel Gelächter. Bergmann, der mitunter gleichzeitig Piano und Keyboard bespielt, während Patrick Steinhaus seine Riffs in "Death-Dur" und "Hass-Moll" reinhaut, liefern ab, was sie angekündigt hatten: "Rock und Klassik, Konzert und Spaß, Können und Kabarett." Das macht Laune, verblüfft und begeistert gleichermaßen. Leichte technische Probleme zu Anfang sind vergessen, wenn Bergmann mit "gefährlichem Halbwissen" aufwartet und aus der Musikgeschichte plaudert. Ein Höhepunkt bildet die Vereinigung von Mozarts "Kleiner Nachtmusik" und "Get Lucky" von Daft Punk - dass Letzteres von Pharrell Williams komponiert wurde, erfahren die Zuhörer nebenbei auch gleich. Schließlich bringt Bergmann das Publikum dazu, mitzusingen - sogar den Kanon "Froh zu sein bedarf es wenig" entlockt er den Besuchern in Trier. Und bei der geforderten Zugabe schallt es durch den Saal: "Der Mond ist aufgegangen" - genau wie der Kulturauftrag. kap

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