ART-Vollversammlung hat entschieden: Windelsäcke für alle – aber noch nicht sofort

Kostenpflichtiger Inhalt: Müllpreise : ART-Vollversammlung entscheidet: Windelsäcke für alle – aber noch nicht sofort

Für Familien mit Windelkindern oder Erwachsenen, die wegen Inkontinenz auf Windeln angewiesen sind, können Kommunen bald so genannte Windelsäcke erwerben. So können Familien, die ihren Hausmüll wegen des vielen Windelmülls nicht reduzieren können, von zusätzlichen Müllgebühren entlastet werden.

Die Windelsäcke können von den Kommunen ab dem 1. Januar beim Abfallzweckverband ART erworben werden. Das hat die mit politischen Vertretern besetzte ART-Vollversammlung am Dienstagabend einstimmig beschlossen.

Der ART ist für die Müllentsorgung in Trier und den umliegenden Landkreisen Trier-Saarburg, Vulkaneifelkreis, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich zuständig. Die Windelsack-Entscheidung der Vollversammlung bedeutet allerdings nicht, dass in allen diesen Gebietskörperschaften ab Januar kostenlose Windelsäcke automatisch verteilt werden.

Die Gemeinderäte in den einzelnen Landkreisen und der Stadt Trier müssen das vielmehr erst noch beraten und beschließen. Denn: Die Kosten für die Windelsäcke, deren Verteilung und Abholung wird nicht vom ART übernommen.

Es sei nicht möglich, diese Sozialleistung aus dem Gebührenhaushalt des Zweckverbands zu finanzieren, betonte ART-Verbandsdirektor Maximilian Monzel. Gebietskörperschaften, die ihre Familien mit Windelsäcken versorgen möchten, müssen diese daher zu einem Preis von drei Euro pro Stück bei der ART kaufen. Für einen geringen Mehrpreis verteilt die ART die Windelsäcke auch an die berechtigten Familien.

Während Trier und die Landkreise Trier-Saarburg, Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich noch entscheiden müssen, ob sie Familien Windelsäcke zur Verfügung stellen wollen, ist die Sache im Vulkaneifelkreis schon beschlossene Sache: Dort werden Windelsäcke schon seit Jahren an Familien mit Windelkindern unter einem Jahr oder mit inkontinenten Angehörigen verteilt. Bislang wurde das aus den allgemeinen Müllgebühren finanziert. Ab Januar übernehme der Kreis nun die Kosten, sagte Landrat Heinz-Peter Thiel am Dienstagabend.

Insgesamt ist der Windelsack-Beschluss der ART-Vollversammlung allerdings ohnehin noch vorläufig: Geprüft werden soll, ob es nicht auch möglich ist, die Windeln über die normale Restmülltonne zu entsorgen und die Kosten für die zusätzlichen Leerungen anschließend den Familien zu ersetzen.

Auch, ob der Preis von drei Euro für einen 40-Liter-WIndelsack wirklich gerechtfertigt ist, oder die ART diesen Service nicht auch günstiger den Kommunen anbieten kann, wird noch geprüft. In seiner Sitzung im März 2020 will die ART-Vollversammlung dann erneut über die Sache entscheiden.

Die Diskussion über die Windelsäcke war aufgekommen im Zusammenhang mit der neuen ART-Abfallsatzung, die ab Januar 2020 inkraft tritt und die in den Gebietskörperschaften teilweise zu deutlichen Gebührenerhöhungen für die Abholung des Restabfalls führt (der TV berichtete mehrfach).