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Artenschutzprojekt für Rotmilan startet

Artenschutzprojekt für Rotmilan startet

Mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit leben in Deutschland. Der Naturschutzverband und die Forstverwaltung des Landes Rheinland-Pfalz beginnen ein gemeinsames Schutzprojekt für die Greifvogelart, das auch in der Region Trier umgesetzt wird.

Trier. Die rückläufigen Zahlen der Rotmilanbrutpaare beunruhigen den Naturschutzverband und die Forstverwaltung. Um gegenzusteuern, wurden deshalb 40 Förster in Trier von der Zentralstelle der Forstverwaltung geschult.
Sie sollen die Horstbäume der Vögel, die in der Regel etwa 200 Meter vom Waldrand liegen, suchen, markieren und schützen. Im Umkreis von 200 Metern um ein Nest wollen die Förster während der Brutzeit auf Holzeinschlag und Ähnliches verzichten.
"Fast der gesamte weltweite Bestand des Rotmilans lebt und brütet in Europa. Nicht nur deswegen taugt der wendige rotbraune Segler mit dem markant gegabelten Schwanz eigentlich zum Wappentier des Kontinents", sagt Gundolf Bartmann, Leiter des Forstamtes Trier. Weltweit gibt es zwischen 19 000 und 23 000 Brutpaare. Davon befinden sich geschätzte 200 Paare in der Region Trier.
Der Greifvogel bevorzugt offene Landschaften, Grasland, Viehweiden und in Ausnahmefällen Feuchtgebiete. Seine Nahrung umfasst überwiegend Regenwürmer, Käfer, kleinere Vögel, aber auch Amphibien, Reptilien, Aas und organische Abfälle.
Die Umwandlung von Grünland, Wiesen und Weiden in intensiv bewirtschaftete Äcker verringere Nahrungsgrundlagen, verdeutlicht Hartmut König von der Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt. Zusätzlich wird der Vogel in seinem Überwinterungsgebiet im südlichen Europa illegal verfolgt. Freileitungen und Windkraftanlagen führen zu weiteren Verlusten.
krp
EXTRA


Der rote Milan hat schmale, lange Flügel, die ihn zum größten Vogel in Rheinland-Pfalz machen. Besonders auffällig ist der tief gegabelte Schwanz, der ihm früher die Namen Gabel- oder Königsweihe einbrachte. Im Gegensatz zum Schwarzmilan besitzt er ein rotbraunes Gefieder mit einem hellen, gestreiften Kopf. Der Sturzflug, der einen Teil des Paarungsrituals darstellt, ist während der Balzzeit im März zu beobachten. Brutpaare nisten ab ihrem dritten Lebensjahr meistens in Laubmischwäldern, besonders in Eichen und Buchen. Zwischen April und Juni werden zwei bis drei Eier ausgebrütet. krp