Artistisches Können und mitreißende afrikanische Lebensfreude

Artistisches Können und mitreißende afrikanische Lebensfreude

Das Ensemble von Mother Africa, Circus der Sinne, hat mit einer temporeichen Show in der Europahalle einen Einblick in das große Können afrikanischer Künstler gegeben. Die Zuschauer haben das Programm voller afrikanischer Lebensfreude genossen.

Trier. Eine Frau, die einen Glaskoffer stehen lässt und ein kleiner Junge, der ihn findet. Er will ihn an die Vergessliche zurückgeben und lernt auf der Suche nach der Besitzerin viele Tänzer, Musiker und Akrobaten in ganz Afrika kennen. Das ist der Rahmen für eine Zirkusshow des 35-köpfigen Ensembles vom Mother Africa, Circus der Sinne, mit der Show Umlingo - Die Magie Afrikas. Dahinter verbirgt sich eine Schar hervorragender afrikanischer Artisten und Jongleure, begleitet von einer elfköpfigen Band, die mal mit modernen Instrumenten wie E-Gitarre, Schlagzeug und Saxofon, dann wieder mit afrikanischen Djemben, Basstrommeln und Percussion-Instrumenten die Show musikalisch untermalt.
Die Zirkus-Show auf der Bühne der Trierer Europahalle zeichnet sich neben einem großem individuellen Können der Darsteller besonders durch zwei Eigenschaften aus: eine temporeiche und abwechslungsreiche Vorführung und unbändige afrikanische Lebensfreude. Mit diesem Mix haben die Künstler von Mother Africa mit ihrer Show die 600 Zuschauer in der Trierer Europahalle von der ersten Minute in ihren Bann gezogen.
Da verrenkt sich ein Schlangenmensch, der statt aus Knochen, Gelenken und Sehnen aus Gummi zu bestehen scheint, in die unmöglichsten Positionen. Vor der Bühnenkulisse eines großen afrikanischen Baumes fliegen die Keulen einer fünfköpfigen Gruppe zielsicher durch die Luft. Frauen lassen bunte Tücher auf Armen und Beinen gleichzeitig kreisen. Ihre männlichen Kollegen werfen Tontöpfe mit dem Nacken in die Luft und lassen diese über den Körper rollen. Ein Meister der Kraft und Körperbeherrschung stapelt Stühle, um auf diesem instabilen Turm in luftiger Höhe Übungen zu zeigen wie ein Geräteturner am Barren. Aus einer lebendigen Szene, wie man sie sich auf einem afrikanischen Dorfplatz vorstellen kann, entwickeln sich ein Schuhplattler mit Gummistiefeln und eine Kletternummer an Stangen, bei der sechs Artisten die Gesetze der Schwerkraft aufzuheben scheinen. Eine humorvolle Einlage ist die Jonglage mit Strohhüten, die mit Händen, Ellenbogen oder Zähnen weitergereicht werden. Auch der kleine Junge hat seinen Auftritt, als er sich von einem Mitglied des Ensembles zu unzähligen Salti und Schrauben durch die Luft wirbeln lässt.
Nach dem zweistündigen Programm spenden die Besucher verdientermaßen lang anhaltenden Applaus, haben sie doch einen Abend erlebt, der einen Einblick in das Können, das Temperament und die Lebensfreude der Menschen vom schwarzen Kontinent gegeben hat. cst

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