Asphalt statt Stolperpflaster in der Fußgängerzone von Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Sicherheit : Asphalt statt Stolperpflaster in der Fußgängerzone von Trier

Immer wieder stürzen Passanten in der Fleischstraße. Die Stadt muss den gefährlichen Belag deshalb rasch entfernen.

Die „Sim“, Paradestraße der Trierer Fußgängerzone, präsentiert sich nach jahrelangen Arbeiten seit Dezember wieder mit einem tadellosen Pflaster. Doch wer vom Hauptmarkt halbrechts in die Fleischstraße abbiegt, muss sich vorsehen: Immer wieder lösen sich dort Betonpflasterplatten und werden zu Stolperfallen. Deshalb wird der lose Belag in den kommenden Wochen entfernt und durch Asphalt ersetzt.

„Wir müssen in jeder Woche den Belag flicken“, beschreibt Tiefbauamtsleiter Wolfgang van Bellen die aktuelle Situation, die vor allem auf die tägliche Belastung durch den Lieferverkehr zurückzuführen ist. „Die Leute stolpern und verletzen sich. Das darf nicht so bleiben.“ Kurzfristig gebe es keine andere Möglichkeit, als das kaputte Pflaster zu entfernen und durch Asphalt zu ersetzen. Davon betroffen sind die Bereiche vom Hauptmarkt bis zum Kornmarkt und von dort bis zur Nagelstraße. „Wenn wir das neu pflastern wollen, würde es zu lange dauern.“

Für die Straßen der Fußgängerzone hat die Stadt Trier die Verkehrssicherheitspflicht. Immer wieder muss sich deren Rechtsamt deshalb mit Schadensfällen befassen. Auch Tiefbauamtsleiter van Bellen erinnert an die Probleme in der Johann-Philipp-Straße. Dort war im Mai 2016 eine Fußgängerin gestürzt und hatte sich dabei den rechten Oberarm nahe der Schulter gebrochen. Ursache für den Unfall war das kaputte Straßenpflaster, was in einem Gerichtsprozess gegen die Stadt vom Landgericht Trier ein Jahr später bestätigt wurde.

In der von der Verwaltung angestrengten Berufung änderte auch das Oberlandesgericht Koblenz nichts an diesem Urteil: Die Stadt musste der Frau 12 000 Euro Schmerzensgeld zahlen und ist seitdem verpflichtet, auch weitere Kosten zu übernehmen, die aus dem Unfall resultieren und nicht von der Krankenkasse vergütet werden. Die Versicherung der Stadt hatte damals gedroht, sie werde keine weiteren Kosten für Unfälle in diesem Bereich übernehmen, sofern die Gefahrenstelle nicht beseitigt werde, was daraufhin schnell passiert ist.

Die Sensibilität der städtischen Mitarbeiter für mögliche Stolperfallen im Belag der Fußgängerzone hat sich seit diesem Urteil deutlich erhöht. Das Rechtsamt der Stadt muss sich allerdings dennoch in jedem Quartal mit Schadensmeldungen beschäftigen. „Die Beläge in der Kernstadt sind in vielen Bereichen 40 Jahre alt“, sagt van Bellen. „In der Brotstraße ist das Pflaster zum Glück noch gut.“ Den Stadtratsmitgliedern im Bauausschuss versprach er, der Asphalt für die Fleischstraße werde zumindest grau eingefärbt, um die Optik etwas zu verbessern. An den Rändern bleibe das Pflaster zudem erhalten.

Foto: TV/Schramm, Johannes

Auch Baudezernent Andreas Ludwig sieht keine Alternativen: „Wir können das so nicht lassen. Mit der kurzfristigen Lösung sind wir zwar nicht glücklich. Langfristig wird aber der hochwertige Ausbau kommen.“ Wann die Arbeiten in der Fleischstraße beginnen, war bis zum Freitag nicht klar. Sehr lange wird es allerdings nicht mehr dauern, bis das marode Pflaster in einer der Flanierstraßen der Fußgängerzone durch Asphalt ersetzt wird.