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Aubi muss Produktion verringern

Aubi muss Produktion verringern

Nach dem Manderner Bilstein-Werk hat auch der zweitgrößte Arbeitgeber im Hochwald, die Firma Siegenia-Aubi, Kurzarbeit für die Beschäftigten in den Werken in Reinsfeld und Hermeskeil angemeldet. Betroffen sind die meisten der insgesamt 620 Angestellten des Fensterbeschläge-Herstellers. Sie gehen im Dezember nur noch an zwei Tagen in der Woche zur Arbeit.

Hermeskeil/Reinsfeld. Die Finanz- und Absatzkrise hat jetzt auch das zweite industrielle Schwergewicht in der Hochwaldregion voll erwischt.

Bereits Ende Oktober hatte der Manderner Automobilzulieferer "Bilstein" etwa 170 seiner 800 Angestellten in Kurzarbeit geschickt (der TV berichtete). Jetzt sieht sich das Unternehmen "Siegenia-Aubi" in seinen Werken Reinsfeld und Hermeskeil sowie am Firmensitz Wilnsdorf im Siegerland zu diesem Schritt gezwungen. Der Hersteller von Beschlägen für Fenster und Fenstertüren hat gestern bekannt gegeben, dass er ab dem 1. Dezember für ein halbes Jahr Kurzarbeit beantragt hat.

In den Werken Reinsfeld und Hermeskeil, die seit 1992 beziehungsweise 1995 bestehen, ist nach Aussage der Betriebsratsvorsitzenden Heike Michauk der größte Teil der Angestellten - nämlich circa 580 von insgesamt 620 - betroffen, die vornehmlich in der Produktion tätig sind. Wie Bodo Brombacher, Geschäftsführer der beiden Werke, im Gespräch mit dem TV betont, "haben wir zunächst aber erstmal nur für den Dezember Kurzarbeit vorgesehen". Konkret bedeutet dies nach TV-Informationen, dass seit Beginn der Woche in Hermeskeil und Reinsfeld nur noch mittwochs und donnerstags produziert wird, an den anderen Tagen bleiben die meisten Beschäftigten zuhause.

Kurzarbeit wegen Kaufzurückhaltung



Mit der Einführung der Kurzarbeit habe man auf die Auftragsrückgänge und die "deutliche Kaufzurückhaltung vor allem der osteuropäischen Kunden" reagiert "die sich aus der "weltweiten Konjunkturabkühlung ergeben" hätte, heißt es seitens der Konzernleitung in Wilnsdorf. Siegenia-Aubi sei ein stark exportorientiertes Unternehmen, das rund vier Fünftel seiner Aufträge aus dem Ausland erhält. Laut Brombacher bekommen die Werke in Reinsfeld und Hermeskeil aktuell nur noch "etwa 30 Prozent der Aufträge, die wir in der Vergangenheit hatten". Die Stimmung in der Belegschaft wird von Michauk als "gemischt" bezeichnet. "Wir sehen alle den Ernst der Lage, wissen aber, dass wir mit unseren Problemen nicht alleine da stehen", sagt die Betriebsratsvorsitzende. In der schwierigen Situation habe die Firmenleitung mit der Kurzarbeit aus ihrer Sicht jedoch "die beste Lösung gefunden, um Arbeitsplätze zu sichern". Am wichtigsten erscheint ihr aber insbesondere mit Blick auf die Entwicklung bei Volvo in Konz, wo 155 Mitarbeiter entlassen werden, folgende Aussage: "Betriebsbedingte Kündigungen sind bei uns Gott sei Dank kein Thema."