Auch eine Frage der Bezahlung

Auch eine Frage der Bezahlung

Mit der Einführung eines Online-Verfahrens wollte die CDU-Stadtratsfraktion die Arbeit der Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle optimieren. Die Diskussion im Fachausschuss zeigte jetzt aber, dass das Problem woanders liegt.

Trier. "Ich brauche einen halben Tag Urlaub, denn ich muss zur KFZ-Zulassungsstelle." - Ein geflügeltes Wort in Trier mit einem ziemlich großen Korn Wahrheit. Es gibt Kunden, die erst nach mehrstündiger Wartezeit in der Dienststelle in der Thyrsusstraße an die Reihe kamen.
Ein Problem, das die CDU via Internet entschärfen wollte. In der Stadtratssitzung Ende April hatte sie angeregt, die Einführung eines Online-Zulassungsverfahrens zu prüfen. Resultat: Vor dem Hintergrund, dass die Zulassungsstelle Trier im November ein neues Computerprogramm erhält, wurde das Thema zur weiteren Diskussion in den zuständigen Dezernatsausschuss III verwiesen.
Ständiges Gehen und Kommen


In dessen jüngster Sitzung stand Amtsleiterin Andrea Kobs Rede und Antwort. Der Zulassungsbezirk, für den das Amt in der Thyrsusstraße und seine beiden Außenstellen in Hermeskeil und Saarburg verantwortlich zeichnet, ist der größte in Rheinland-Pfalz. Zugelassen sind dort derzeit rund 192 000 Fahrzeuge; zwei Drittel entfallen auf den Landkreis Trier-Saarburg, ein Drittel auf die Stadt.
Das Personal besteht aus rund zwei Dutzend Mitarbeitern und ist von einer hohen Fluktuation geprägt. Lediglich zwei der 19 Kollegen aus dem Bereich Sachbearbeitung seien schon mehrere Jahre dabei; auf allen anderen Positionen herrsche ein reges Gehen und Kommen, was nach den Worten der Amtschefin die Situation erschwert: "Wir sind permanent dabei, die neuen Kolleginnen und Kollegen einzuarbeiten."
Dass die Arbeit in der Zulassungsstelle alles andere als ein Traumjob ist, hat, wie die Diskussion im Ausschuss offenbarte, zwei Hauptgründe. Thomas Neises (SPD) brachte es auf folgenden Nenner: "Es kann nicht sein, dass Leute, die diesen Stressjob in einer räumlich katastrophalen Situation machen, so schlecht bezahlt werden." Dezernent Thomas Egger widersprach nicht: "Die Wertigkeit der Arbeit in der Zulassungsstelle ist besser als die Bezahlung." Allerdings habe eine unabhängige Expertenkommission die Entgeltgruppen-Einstufung vorgenommen, die das dortige Personal finanziell deutlich schlechter stellt als Kollegen etwa beim Bürgeramt.
Was Detlef Schieben (SPD), pensionierter früherer Verdi-Bezirkschef, veranlasste, laut über Ungehorsam gegenüber Aufsichtsbehörden nachzudenken: "Gebt den Leuten mehr Geld. Die Rüge des Landesrechnungshofs halte ich als Ratsmitglied aus. Eine höhere Besoldungsgruppe ist eine Frage des politischen Rückgrats."
Dem stimmte Peter Spang (FWG) zu: "Wir sollten die Problematik bei den Beratungen zum Stellenplan ansprechen."
Ob das Zulassungsstellen-Personal tatsächlich auf Höhergruppierung hoffen darf, werden die weiteren Diskussionen im Ausschuss zeigen. Amtsleiterin Kobs ist überzeugt davon, dass eine bessere Bezahlung einen wesentlichen Fortschritt bringen würde: "Das würde dazu führen, dass die Leute sich nicht bei nächster Gelegenheit auf andere Stellen bewerben. Mitarbeiterzufriedenheit ist ein hohes Gut."