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Auch Händler im Kreis Trier-Saarburg sind besorgt

Einzelhandel : Auch Händler im Kreis Trier-Saarburg sind besorgt

Kaum Kunden in der Trierer Fußgängerzone. Auch in den Städten des Landreises Trier-Saarburg ist seit dem Beginn des Teil-Lockdowns viel weniger los als sonst. Der Trierische Volksfreund zeigt ein Stimmungsbild.

Carmen Moser ist seit einigen Monaten Vorsitzende des Gewerbeverbands Schweich. Dass ihr erstes Jahr an der Spitze der Vereinigung mit 140 Mitgliedsbetrieben so schwierig sein würde, hätte sie nicht gedacht. „Die Situation in Schweich ist im Augenblick brutal“, sagt sie. „Die Händler stehen alleine in ihren Geschäften. Die Kunden bleiben aus, und die Kosten laufen weiter.“ Das alles sei erschreckend. „Aber noch erschreckender ist, dass die Leute wegen Corona derart in Angst und Schrecken versetzt werden. Ich weiß nicht, wie viele Geschäfte das überleben werden.“

Der Gewerbeverband überlege, eine eigene Online-Plattform aufzulegen. Aber das ersetze natürlich nicht den Einkauf in einem Geschäft mit Beratung und Zuwendung. Die werde es trotz der schwierigen Situation in der Vorweihnachtszeit geben. So sei der lange Freitag vor dem ersten Advent inklusive Begleitprogramm weiterhin in der Planung. Es werde Weihnachtsdekoration für die Geschäfte und kleine Geschenke für die Kunden geben. „Man muss den Leuten die Angst davor nehmen, wieder im Laden einzukaufen.“

Auch in Saarburg ist der Frust bei den Händlern seit dem Beginn des Teil-Lockdowns vor fünf Tagen groß. „Hier in der Stadt wirkt alles sehr tot“, beschreibt Janine Russo, Vorsitzende des Gewerbeverbands Saarburg, die Stimmung in der üblicherweise vom Tourismus stark geprägten Innenstadt. „Es fehlen die Menschen. Gerade bei dieser Witterung wären eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen gut und wichtig.“ Sie könne die Entscheidung, die Gastronomie komplett zu schließen, nicht nachvollziehen. 

Der Gewerbeverband hat sich bereits zu einer Krisensitzung getroffen. Nun soll auch in Saarburg eine Werbeoffensive starten. „Wir sind noch da.“ Aktionen zu Nikolaus und Weihnachten seien ebenfalls weiterhin in der Planung. „Die Zukunft macht mir Sorge“, sagt Janine Russo. „Ich gehe davon aus, dass es nicht bei vier Wochen Lockdown bleibt.“

In Konz sorgt derweil das Fehlen eines Stadtzentrums mit Einkaufsstraße für ein etwas differenzierteres Bild. „Bei uns kaufen die Menschen in der Regel gezielt ein“, beschreibt Stephan Holbach, Vorsitzender des Vereins Konzer Stadt-Marketing, die besondere Situation der zweitgrößten Stadt der Region. „Im Bereich Fernseher- und Elektrotechnik läuft es nach wie vor gut. Auch bei Wolle und Heimtextilien gibt es keinen Einbruch. Aber bei Mode und Schuhen ist die Kundenfrequenz seit Montag ebenso zurückgegangen wie im Bereich Optik.“ Einige Geschäfte hätten ihre Öffnungszeiten bereits reduziert. 

Mit Teegeschenken und weihnachtlicher Atmosphäre vor und in den Geschäften werde in der Vorweihnachtszeit um die Kunden geworben. Auch die sozialen Netzwerke sollen dafür noch mehr genutzt werden. „Wir werben dabei auch für unsere Gastronomiebetriebe“, kündigt Holbach an.

In Hermeskeil war am Donnerstag zumindest beim Wochenmarkt kein großer Unterschied bei der Kundenfrequenz zu bemerken. Das bestätigt Susanne Franzen vom Hochwald Gewerbe Verband. „Es tut natürlich weh, dass wir unsere Weihnachtsstadt-Aktion und den verkaufsoffenen Sonntag Ende November absagen müssen. Das ist mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft bedenklich.“ Nun werde überlegt, wie in der Vorweihnachtszeit trotz der Einschränkungen für die Kunden im Hochwald etwas getan werden könne. „Wir sind auch mit den Schaustellern im Gespräch. Konkret kann dazu aber noch nichts gesagt werden.“