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Auch Karneval betroffen: Sporthallen für große Veranstaltungen geschlossen

Kostenpflichtiger Inhalt: Sicherheitsmängel : Das sagen die Bürgermeister zur Hallen-Schließung in Kell und Waldrach

Die Kreisverwaltung hat die Hallen in Waldrach und Kell für größere Veranstaltungen ab 200 Besuchern geschlossen. Betroffen von dieser Entscheidung sind vor allem die örtlichen Karnevalsvereine, die nun einen Ersatzraum brauchen.

Die Sporthallen der Realschulen plus in Kell und Waldrach sind vom Landkreis Trier-Saarburg als Schulträger für ihre Funktion als Versammlungsstätte kurzfristig geschlossen worden. Das hat die Behörde am Freitag mitgeteilt. In den Hallen dürfen keine größeren Veranstaltungen mehr stattfinden. Der Schulsport und der Trainingsbetrieb der Sportvereine kann weiterhin stattfinden.

Hintergrund ist eine Überprüfung, bei der sicherheitsrelevante Mängel festgestellt worden sind. Sie wurden laut Kreisverwaltung unter dem Aspekt der „Versammlungsstättenverordnung“ bewertet. Alle Beteiligten – die Vertreter der Verbands- und Ortsgemeinden, der Vereine sowie der Schulen – sind von der Kreisverwaltung informiert worden. Gemeinsam werde an Lösungen gearbeitet, wie die Zeit der Schließung und Einschränkung überbrückt werden kann.

Dieser Darstellung widerspricht Peter Peters, Vorsitzender des Karnevalsvereins Waldrach. Er hat erst durch den Anruf des TV von der endgültigen Sperrung für größere Veranstaltungen erfahren. „Wir hatten gehofft, dass sich das anders regeln lässt.“ Für seinen Verein bedeutet die Nachricht „eine Katastrophe“. Die Halle sei geschmückt, die Verträge für die Bands unterschrieben, ein Ausweichquartier nicht in Sicht. Rund 350 Gäste kommen jeweils zu den Sitzungen nach Waldrach. Hinzu kommen bis zu 100 Aktive. „Uns trifft die Sperrung wie ein Schlag.“

Peters spricht davon, dass über Jahre hinweg „an der Halle konsequent nichts gemacht worden ist“. Die einzig nennenswerte Sanierung des in den 1960er Jahren errichteten Gebäudes, das bis vor fünf Jahren Eigentum der Verbandsgemeinde Ruwer war, hätten die Vereine geschultert. Einfachste Reparaturen seien über Jahre hinweg unterblieben.

Auch Waldrachs Ortsbürgermeister Rainer Krämer ist geschockt. Er hofft, „dass man die Kuh noch irgendwie vom Eis bekommt“. Einen alternativen Veranstaltungsort gebe es in Waldrach in dieser Größe nicht. Ebenso wie der Karnevalsverein habe die Ortsgemeinde nicht das Geld, um ein beheizbares und schneebruchsicheres Zelt anzumieten.

Hauptbetroffener der kurzfristigen Sperrung der Keller Halle für große Veranstaltungen ist der Karnevalsclub Callida. Dessen Vorsitzender Norbert Stüber sagt: „Wir sind am Dienstagabend informiert worden und waren natürlich erst mal geschockt.“ Der Verein habe vier Veranstaltungen in der Halle geplant.

Die erste, die 22. Herrensitzung, solle schon am 25. Januar stattfinden. „Wenn alles ausfallen müsste, wäre das für uns schlimm. Wir haben immerhin schon 5000 Euro investiert in Orden, Werbung, Plakate und andere Dinge“, sagt Stüber. Derzeit werde allerdings mit allen Beteiligten intensiv an einer Lösung gearbeitet. Der Vereinsvorstand treffe sich am Freitagabend zu einer Dringlichkeitssitzung.

Markus Lehnen, Ortsbürgermeister in Kell, bestätigte, dass die Gemeinde „auf Hochtouren“ nach einer Lösung suche und den Karnevalsverein „mit allen Mitteln“ unterstützen werde, damit dessen Veranstaltungen stattfinden könnten. Die Nachricht vom Kreis komme so kurz vor den Feiertagen „zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt“. Wichtig sei, dass Schule und Sportvereine die Halle nutzen könnten.

Warum wird nun gesperrt? Dazu teilt die Kreisverwaltung mit, dass die detaillierte Überprüfung eine Beeinträchtigung und teilweise auch einen Ausfall technischer Bauteile zu Tage gebracht habe. Dabei geht es unter anderem um Elektroinstallationen, um den Zustand der Flucht- und Rettungswege, der Notausgänge, der Löscheinrichtungen sowie der Brand- und Rauchschutztüren. Diese Mängel könnten kurzfristig nicht behoben werden.

Damit der Schulsport und auch der Trainingsbetrieb der Vereine in den Hallen weiterlaufen kann, sind Instandsetzungen notwendig. Diese seien kurzfristig möglich, so dass es in diesem Bereich – wenn überhaupt – nur zu geringen Einschränkungen kommen wird.

Die Sporthalle in Kell als Teil der 2011 vom Landkreis übernommenen Realschule Kell am See/Zerf gilt schon länger als dringend sanierungsbedürftig. Diese Sanierung soll im Rahmen des Neubaus der Schule Kell vorgenommen werden. „Leider haben sich die Diskussionen über den Bestand der Schule und die Planungen und Abstimmungen im Förderverfahren des Schulneubaus derart in die Länge gezogen, dass sich nun die Konsequenz ergibt, dass die Halle für größere Veranstaltungen bis zu einer Sanierung nicht mehr nutzbar sein wird“, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung.

In Waldrach ist ein kompletter Neubau der Ruwertalschule geplant. In diesem Zusammenhang wird nun überlegt, ob ein Neubau der ebenfalls sanierungsbedürftigen Halle sich wirtschaftlicher darstellt als eine bisher geplante grundsätzliche Instandsetzung.