Auch künftig gibt's in Nittel frische Brötchen

Auch künftig gibt's in Nittel frische Brötchen

Die FDP und die unabhängige Bürgerliste Nittel (UBN) haben im Gasthaus Müller-Holbach über den aktuellen Planungsstand zum Neubaugebiet Auf dem Wiesengraben informiert. Am Rande der Veranstaltung gab Norbert Arnoldy dem TV gegenüber bekannt, dass er einen Bäcker gefunden habe, der die Bäckerei Löwenbrück zum 1. Dezember übernimmt.

Nittel. Norbert Arnoldy ist sauer, dass Hans-Josef Wietor, Ortsbürgermeister von Nittel, ihm keine Details zum Stand der Verhandlungen mit potenziellen Supermarktbetreibern gibt. Der Nitteler Kaufmann hatte Anfang Oktober das Gebäude der Bäckerei Löwenbrück von Heribert Löwenbrück gekauft (der TV berichtete), der seinen Betrieb aus gesundheitlichen Gründen aufgibt.

Nahtlose Übernahme


"Das hat die Verhandlungen mit Interessenten für die Bäckerei erheblich erschwert", klagt er am Rande einer Informationsveranstaltung von FDP und UBN, zu der 60 Zuhörer ins Nitteler Gasthaus Holbach-Müller gekommen sind. Mindestens sechs Interessenten hätten die Verhandlungen abgebrochen, weil diese Frage nicht zu klären war.
Trotzdem ist Arnoldy froh, dass es ihm gelungen ist, einen Bäcker gefunden zu haben, der die Löwenbrück-Bäckerei ab 1. Dezember fortführt. Markus Schumacher, Inhaber von 17 Filialbäckereien aus Kenn ("Bäckerei Kenner Brot" in der Verbandsgemeinde Trier-Land) mit etwa 50 Angestellten, bestätigt auf TV-Anfrage die Übernahme: "Wir übernehmen nahtlos die Bäckerei in Nittel." Das Sortiment werde ähnlich bleiben, gebacken werde weiterhin in Nittel.
Unterdessen gibt es auch Kritik am Neubaugebiet Auf dem Wiesengraben. So liege etwa die angedachte Zufahrt ins Neubaugebiet auf gleicher Höhe wie die Schulstraße: Hier besteht aus der Sicht einiger Schulstraßenanlieger das Risiko, dass der Verkehr ungebremst und zu schnell in Richtung Schulstraße weiterfährt.
Das Thema Schulstraße und deren fällige Sanierung erregt noch mehrere Gemüter. Ortsbürgermeister Wietor stellt klar, dass der Gemeinderat Nittel sich derzeit mit der Frage beschäftigt, wie die Straße erneuert werden kann. "Dafür müssen aber zunächst noch einige Kanaluntersuchungen abgeschlossen werden."
Einige Teilnehmer der Veranstaltung meinten, dass der angedachte Zu- und Abfluss des Verkehrs ins Neubaugebiet nicht gut gelöst sei. "Gerade für die oberen Anlieger des Gebiets entsteht eine sackgassenähnliche Situation." Wietor und der Projektentwickler des Neubaugebiets, Claudius Frühauf, versicherten den Zuhörern, in diesem Bereich nach einer anderen Lösung zu suchen.
Die von einigen Zuhörern angesprochene Parkplatzsituation im Ort und die mit dem Neubaugebiet verbundene Befürchtung, diese könnte noch schlechter werden, versucht Wietor mit dem Argument zu entkräften, der Gemeinderat habe jüngst beschlossen, zwei Parkplätze je Wohneinheit zu fordern.
Claudius Frühauf verspricht sich von dem geplanten Supermarkt eine weitere Verbesserung der innerörtlichen Parkplatzsituation. "Wir führen derzeit Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten, können aber noch keine detaillierten Angaben machen."
Konkreter wird Frühauf, als er auf die geplante Seniorenresidenz und das Pflegeheim angesprochen wird. Die Vertragsverhandlungen mit einem Interessenten seien unterschriftsreif. "Die Unterschriften unter dem Vertrag sind aber erst dann möglich, wenn der Bebauungsplan vom Gemeinderat beschlossen ist."
Die Betreiber der Seniorenresidenz und des Pflegeheims seien identisch. In die 80 bis 90 Pflegeplätze wolle der Investor 20 Millionen Euro finanzieren. In das Pflegeheim werde wohl auch der vom Ort gewünschte Supermarkt integriert. Ob eine Bäckerei dazukomme, sei offen, aber wahrscheinlich. "Wir werden in den kommenden Tagen das Gespräch mit Herrn Arnoldy suchen", sagt Frühauf.Extra

Die Planungen für das Neubaugebiet Auf dem Wiesengraben haben vor etwa acht Jahren begonnen. Zwischendurch standen sie kurz vor dem Abbruch. Vor drei Jahren hat Claudius Frühauf aus Wiltingen die Planung übernommen. Die Kosten für die Erschließung des Neubaugebiets werden auf 4,8 Millionen Euro geschätzt. Geplant sind 109 Baugrundstücke, ein Spielplatz, eine Seniorenresidenz und ein Pflegeheim sowie ein Supermarkt, in dem möglicherweise ein Backshop integriert wird. itz

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