Architektur: Auf Bauhaus-Spurensuche in Trier

Architektur : Auf Bauhaus-Spurensuche in Trier

Bauhaus. Diesen Begriff hört heute wohl jeder häufig. Doch weckt er wohl bei verschiedenen Personen unterschiedliche Assoziationen.

Denkt der eine vielleicht an die sieben weißen Buchstaben auf rotem Grund und den zugehörigen Baumarkt, kommt dem nächsten sofort eine ausdrucksstarke Architektur in den Sinn. Wir begeben uns in Trier auf die Suche nach dem Bauhaus und seinen Verwandten. Und nein, nicht nach dem Baumarkt, sondern nach der Architektur.

Denn die feiert in diesem Jahr sein 100. Jubiläum. Um zu erklären, was das Bauhaus ist, reisen wir in die Partnerstadt Triers, nach Weimar. Hier gründete – vor 100 Jahren – Walter Gropius die Kunsthochschule „Staatliches Bauhaus in Weimar“. Um die Bedeutung des Namens herauszufinden, muss man noch weiter in die Vergangenheit reisen. Er hat seinen Ursprung im Mittelalter, als sich Architekten und Maurer mit Malern und Bildhauern in sogenannten Bauhütten zusammenschlossen, um Kunst und Handwerk zu verknüpfen. An eben diese Bauhütten erinnert der Name „Bauhaus“.

Gropius’ Idee ist dabei leicht erklärt. Er wollte keine Trennung zwischen Kunst und Handwerk. Es sollten Kunstobjekte entstehen, die gleichwohl funktional sind. Der Grundsatz „form follows function“ (deutsch: die Form folgt aus der Funktion) wurde zu dem, was man heute einen „Slogan“ nennen würde.

Und woran erkennt man, dass ein Gebäude vom Bauhaus beeinflusst ist? Das erklärt der Trierer Architekt und Städtebauer Karl-August Heise: „Reduktionismus, Flachdächer und kubische Bauweise –
das sind Dinge, die bei einer schnellen Betrachtung das Bauhaus hervorgebracht hat“. Der Trier-Kenner wird wissen, wo man danach suchen muss. Auf dem Petrisberg. „Hier finden wir heute Architekturen, die vielfach an das Bauhaus erinnern“, so Heise. Dort werden reduzierte, kubische Bauten errichtet.

Doch nicht überall in der Stadt wird der Bauhaus-Einfluss gerne gesehen. So zum Beispiel in der Konstantinstraße in der Nähe der Basilika, erklärt Heise: „Die Gebäude dort sind in sparsamen Formen entstanden. Die waren alle einmal weiß und kubisch.“ Damit seien manche Menschen heute nicht mehr so zufrieden und würden etwa durch Sprossenfenster oder Farbbögen den ursprünglichen Einfluss überdecken. „Da findet man das, was in den 50er-Jahren entstanden ist, an heutige Vorstellungen anpassungsbedürftig.“

Und dennoch lebt das Bauhaus noch heute weiter – und man findet seine Einflüsse in der Stadt Trier. Zeit also für eine Spurensuche, auf der uns Karl-August Heise begleitet. Klar ist, dass wir nicht jedes Gebäude ansteuern können, aber die markantesten finden wir sicher. Der Start liegt dabei sogar mehr als 100 Jahre zurück, und somit vor Gropius und seiner Bauhaus-Schule.