Auf dem Feld arbeiten wie vor 60 Jahren

Holzerath · Mit Dreschmaschine, Mähbinder und Traktoren will der Kultur- und Traktorverein aus Holzerath anlässlich der 750-Jahr-Feier im August aufwarten. Dabei stellen die Mitglieder alte Arbeitsweisen vor. Mit der Getreideernte haben sie bereits begonnen.

Ernten mit dem Mähbinder, Aufstellen der Kästen und Abtransport mit dem Leiterwagen: Bei dieser Arbeit sind (von links) Albert Rausch, Thomas Willems, Vorsitzender Gottfried Weber, Wilfried Lattig, Clemens Bettendorf, Manfred Dudek, Matthias Theis, Rudi Endres, Werner Stüber und Roland Müller in ihrem Element. TV-FOTO: HANS MUTH

Foto: Hans Muth (hm) ("TV-Upload Muth"

Holzerath. Im Jahr 2003 haben sich die Holzerather Traktorenfreunde gegründet und ihre Liebe zu älteren Traktoren und Landmaschinen entdeckt. Doch ihr Ziel sei es nicht nur, Traktoren zu sammeln und der Öffentlichkeit zu präsentieren, sagt Vorsitzender Gottfried Weber.
"Wir stellen den kulturellen Aspekt, den diese Maschinen mit sich bringen, in den Vordergrund. Uns erscheint es wichtig, der heutigen Jugend zu zeigen, unter welch beschwerlichen Umständen in vergangener Zeit die Ernte eingebracht und das dörfliche Leben gemeistert werden musste."
Mit Fachverstand restauriert



Aber auch die ältere Generation wolle man an früher erinnern. "Jedes Mitglied besitzt einen Traktor oder mehrere Traktoren, die mit viel Einfallsreichtum und Fachverständnis repariert und restauriert wurden", sagt Weber. "Wir treffen uns regelmäßig zu gemeinsamen Ausflugsfahrten mit unseren Traktoren." Landwirtschaftliche Ausstellungen, Oldtimer und Traktortreffen würden ebenso gerne besucht wie Dorf- oder Vereinsfeste. "Hier können wir unsere Fahrzeuge und die früheren Arbeitsweisen einem breiten Publikum präsentieren."
Die neueste Errungenschaft sei eine original Dreschmaschine Baujahr 1953. "Sie wurde uns von Alfred und Renate Philippi aus Lampaden übergeben, damit diese alte Technik auch für kommende Generationen erhalten bleibt."
Diese Maschine soll an der 750-Jahr-Feier von Holzerath erstmalig zum Einsatz kommen, ebenso wie ein Mähbinder aus dem Jahr 1950, der bereits vor kurzem sein Durchhaltevermögen bewies. "Unsere Mitglieder kommen aus Holzerath, Schöndorf, Ollmuth, Franzenheim, Heddert, Pluwig und Kell am See", erklärt Weber.
"Auf einem Feld unseres Mitgliedes Clemens Bettendorf hatten wir speziell für die Feierlichkeiten ein Gerstenfeld bei Ollmuth angelegt, das wir mit diesem Mähbinder abernten, eine Arbeit wie vor 60 Jahren. Um den Arbeitsmodus vervollständigen zu können, haben wir auch einen Leiterwagen aus vergangener Zeit in Malborn erworben."
Die historischen Zusammenhänge der landwirtschaftlichen Arbeit seien somit gewährleistet.