1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Auf dem Seitenstreifen der Strecke

Auf dem Seitenstreifen der Strecke

Während fast hundert Fahrer aus den Kurven der Bergrennstrecke zwischen Thomm und Fell Geraden machten, zeigten Väter ihren Söhnen die Welt des Motorsports, sorgten 130 Ehrenamtliche für Sicherheit, profitierten Gastwirte und Menschen verschiedener Nationen begegneten sich.

Fell/Thomm. Die Geschwindigkeit drückt mich in den Sitz, hoffentlich geht alles gut, schießt es mir durch den Kopf. Doch der Rausch der Schnelligkeit ist faszinierender, als die Angst, die am Anfang mitfährt. Rennleiter Hans Willwert chauffiert die Presse im Karacho über die Rennstrecke von Fell nach Thomm. "Eine angenehme Aufgabe", sagt er grinsend. Denn ansonsten steht er zwei Tage lang unter Strom. tz

"Rot. Posten 7", heißt etwa, dass etwas nicht in Ordnung ist. Dann düst Willwert los. Er ist für das engmaschige Sicherheitsnetz verantwortlich. Zwei Tage lang raucht er viel, bekommt keinen Bissen herunter und ist immer auf dem Sprung.

Insgesamt 130 ehrenamtliche Helfer sind beim Bergrennen zwischen Thomm und Fell eingespannt. Einer davon ist Werner Lamberty, Einsatzleiter der Malteser Trier-Irsch. "Ich bin schon seit 28 Jahren dabei. Es ist alles sehr familiär."

Während die einen Dienst haben, genießen am Streckenrand geschätzte 3000 Zuschauer die Glücksmomente, wenn ein PS-starkes Auto rasant die Kurve nimmt. Marcus Hoerl-Hoffmann ist einer der begeisterten Anhänger des Motorsports und mit seinem vierjährigen Sohn Finn unterwegs. "Als Privatperson ist man direkt an dem Geschehen und den Fahrern dran", schwärmt Hoerl-Hoffmann. Das sei bürgernaher Rennsport mit erschwinglichen Preisen. "Behnke-Condor" plappert währenddessen der Dreikäsehoch. Das sei der Favorit des Juniors, erklärt der Papa stolz. "Weil sein Auto gelb ist", meint Sohn Finn. Den Senior interessiert indes mehr, was sich unter der Farbe verbirgt.

Während die Motoren heulen, begegnen sich auch Menschen verschiedener Nationen. So besucht eine Delegation unter der Leitung der Bürgermeisterin Antonella Rivadossi aus dem italienischen Borno den Start-Ort Fell.

Die 2800 Einwohner zählende Gemeinde Borno ist Zielort der Europäischen Bergmeisterschaft im Norden Italiens. Die Gäste besichtigen das Feller Besucherbergwerk, genießen attraktive Aussichtspunkte und interessieren sich für die Strukturen und das Leben in dem Wein- und Schieferort. Beide Seiten planen, dass sich aus der ersten anregenden Begegnung eine Partnerschaft zwischen den beiden Orten entwickeln soll.

Gastwirte haben doppelt so viel zu tun



Einer, der auch von dem Rennen profitiert, ist Gastwirt Klaus Brittner aus Thomm. "Wir haben doppelt soviel zu tun", sagt Brittner. Während am Nachmittag die italienischen Besucher die Heimreise antreten, weicht auch die Anspannung von Rennleiter Willwert. Und der kleine Finn wird garantiert noch lange von dem gelben Flitzer träumen. Bis zum nächsten Jahr.