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Auf dem Weg in die Spitzengruppe

Auf dem Weg in die Spitzengruppe

TRIER. Für eine mittlelgroße, nicht-technische Universität belegt die Uni Trier bei zwei aktuellen so genannten Rankings gute Plätze: Sowohl Existenzgründern als auch jungen Forschern werden an der Hochschule gute Chancen gegeben.

Seit einigen Jahren sind die in den USA seit langem üblichen "Rankings" (Rangfolgen) auch in Deutschland ein beliebtes Instrument, um Krankenhäuser, Versicherungen, Universitäten und andere Einrichtungen nicht nur zu bewerten, sondern auch vergleichbar zu machen und in eine Rangfolge zu bringen. Die große Schwierigkeit besteht dabei darin, die verschiedenen Vor- und Nachteile und Eigenheiten der Einrichtungen gerecht gegen einander abzuwägen. Überwiegt der Vorteil, an einer eher kleinen, persönlichen Universität mit guten Kontakten zwischen Lehrenden und Lernenden zu studieren, den Nachteil, dass solch kleine Universitäten für Koryphäen eines Fachs meist eher uninteressante Arbeitgeber sind? Wie wirkt sich eine Fakultät mit Spitzenruf auf die Bedingungen in anderen Fächern der Universität aus? Um solche Faktoren möglichst valide in die Bewertung einer Uni einfließen zu lassen, entwickeln Sozialforscher umfangreiche Untersuchungsprofile. Im Mittelpunkt eines Rankings der Uni Regensburg stand die Frage: Welche Hochschulen bieten ihren Studenten die besten Chancen auf dem Weg in die Selbstständigkeit? Dazu wurde zum Beispiel geprüft, welche Verbindungen die Uni zur Wirtschaft pflegt, welche Förderprogramme es gibt und wie viele Unternehmensgründungen es aus der Hochschule heraus gab. Die Zahl der Gründungen wurde an der Uni Trier mit mehr als 80 Prozent der möglichen Punktzahl bewertet. Dass die Uni zum Exist-Förderprogramm des Bundesbildungs- und Forschungsministeriums gehört sowie die Begleitung junger Gründer durch das Institut für Mittelstandsökonomie und das Trierer Technologiezentrum wurden dabei besonders positiv bewertet. Insgesamt erreichte die Trierer Uni in dem Existenzgründungs-Ranking Platz 17. Die Uni Saarbrücken schaffte Platz 11, Köln Platz 54 und die Uni Koblenz/Landau landete auf dem letzten der 72 Plätze. Bereits 2001 und 2003 belegte Trier einen vorderen Platz. "Das belegt Qualität und Kontinuität der Gründungsförderung", kommentierte Uni-Präsident Peter Schwenkmezger. Für das zweite Ranking, das das renommierte "Centrum für Hochschulentwicklung" veranstaltet hat, wurde analysiert, wie stark Universitäten in der Forschung aktiv sind. Die Geldsummen, die zum Beispiel von privaten Instituten oder öffentlichen Forschungsprogrammen flossen (so genannte Drittmittel), spielten dabei ebenso eine Rolle wie die Anzahl der Doktorarbeiten, Patentanmeldungen und Veröffentlichungen. 59 Universitäten wurden untersucht, bewertet wurden die Geistes-, Wirtschafts-, Sozial-, Natur-, und Ingenieurswissenschaften. Für die Einwerbung von Drittmitteln landete die Uni Trier mit den Fächern Psychologie und Geschichte (beide auf Platz 3), VWL (Platz 5), BWL (8) und Soziologie (Platz 10) in der Spitzengruppe. Ein Vorzeigeprojekt ist dabei der Sonderforschungsbereich "Fremdheit und Armut" im Fach Geschichte, der gleichzeitig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Land Rheinland-Pfalz und der Uni selbst gefördert wird. In der Biogeografie wird die "Umweltprobenbank des Bundes", eine Sammlung von Umwelt- und Humanproben aus ganz Deutschland, vom Bundesumweltministeriums getragen. Bei der Anzahl der Promotionen belegte Trier im Fach Psychologie Platz 10. Bewertet nach der Zahl der Veröffentlichungen erreichten mehrere Fächer gute Mittelfeldpositionen. Nach der Bewertung aller Fächer und Einzelfaktoren erreichte die Universität Trier insgesamt den 34. von 59. Plätzen. "Für eine mittelgroße, nicht-technische Universität ist das ein sehr guter Platz", sagte Uni-Pressesprecherin Heidi Neyses, "die vorderen Plätze belegen vor allem die großen, technischen Unis."