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Auf dem Weg in eine neue Zukunft

Auf dem Weg in eine neue Zukunft

Neues im Westen: Mitte Oktober ziehen die ersten Asylbewerber in einen sanierten Block der Jägerkaserne ein. Wie können die 1910 erbaute Kaserne und das ehemalige Busdepot für die Zukunft gestaltet werden? Darüber sollen sich bald Planer Gedanken machen.

Trier-West. Nicht mal mehr einen Monat dauert es, dann beziehen die ersten Asylbewerber die Jägerkaserne in Trier-West. Darüber informierte Hans-Werner Meyer, Leiter des Sozial- und Wohnungsamts, die Mitglieder des Ortsbeirats Trier-West/Pallien im Dechant-Engel-Haus. Insgesamt zwei Blöcke der ehemaligen Kaserne werden bewohnbar gemacht. 250 Flüchtlinge sollen jeweils auf zwei Etagen ein Dach über dem Kopf bekommen.

Die Sanierungsarbeiten des ersten Blocks seien abgeschlossen, die Heizung laufe, bald werde eingerichtet, sagte Meyer. Erst einmal ziehen laut Meyer etwa 120 Menschen ein. "Perspektivisch ist geplant, einen Block für alleinstehende Männer und einen Block für Familien zu nutzen", sagte der Chef des Sozialamtes. Auch eine Großküche auf jeder Etage sei angedacht. Die ersten Bewohner müssen sich noch eine Küche teilen. Sie sind in Gemeinschaftsschlafräumen und kleinen Einzelzimmern untergebracht. Der Einzug in die Jägerkaserne ist als Übergangslösung gedacht. "Solange bis wir entsprechende Wohnungen gefunden haben", sagte Meyer. Derzeit habe die Stadt 60 Wohnungen angemietet, 40 seien von Flüchtlingen bewohnt.
Seit Donnerstag bewachen Sicherheitsleute den sanierten Block. Auch Ortsvorsteher Horst Erasmy bat die Ratsmitglieder um Wachsamkeit, auch Sprücheklopfern gegenüber.Bürger werden beteiligt


"Wenn mir jemand sagt, denen werden hier Schlösser gebaut, zeige ich ihnen die Unterkunft in der Jägerkaserne." Gespräche zu führen sei wichtig. Die andere Seite: Die Zahl an Ehrenamtlichen, die helfen wollen, ist laut Meyer in Trier-West ausgesprochen hoch. Erasmy betonte: "Flüchtlinge sind im Westen ganz herzlich willkommen, aber wichtig ist, dass Dinge, die den Stadtteil betreffen und auf die wir seit Jahren warten, endlich angegangen werden." Die Stadtteilbewohner müssten sehen: Hier passiert etwas. Der anwesende Baudezernent Andreas Ludwig sagte: "Das hat der Stadtvorstand verstanden." Wenige Minuten zuvor hatte der Rat einen zukunftsweisenden Beschluss gefasst: Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, einen Wettbewerb zur Neugestaltung der Jägerkaserne und des ehemaligen Busdepots auszuloben - auf der Basis eines Entwurfs. Auch Bürger waren an dem Entwurf, den Rolf Weller vom Stadtplanungsamt vorstellte, beteiligt. Unter anderem Fachämter und Arbeitsgruppen aus dem Bürger-Workshop hatten unter Begleitung eines Düsseldorfer Büros (Faltin und Sattler) den Auslobungstext, also die Grundlage für den Wettbewerb, erarbeitet. "Es darf kein Fremdkörper im Stadtteil entstehen", sagte Ratsmitglied Jörg Reifenberg (CDU). Nachbarschaft sei den Bürgern wichtig, und bezahlbarer Wohnraum müsse entstehen.

Mitauslober werden neben der Stadt Trier die Stadtwerke Trier sein. Das ehemalige Busdepot gehört zum Gebiet des insgesamt rund 200 000 Euro teuren Wettbewerbsverfahrens. Die Ratsmitglieder lobten die gute Vorarbeit der Stadtverwaltung, besonders Rolf Weller. Vorgesehen ist die Auslobung des Wettbewerbs im Oktober nach Beschluss des Stadtrats. Ein Preisgericht soll im Januar/Februar entscheiden. "Ich bin überzeugt, dass Investoren da sein werden und dass im Herbst 2016 die Bagger kommen", sagte Dezernent Ludwig zuversichtlich. kat