Auf dem Weg zur Erleuchtung

Er meditiert, horcht in sich hinein, trainiert seinen Geist: Christoph Flick (48) ist seit fast zehn Jahren Mitglied im Buddhistischen Zentrum Trier. Sein oberstes Ziel: Dem Gefühl der Erleuchtung jeden Tag ein Stück näherkommen.

Bevor ich hierhergefunden habe, habe ich mir die typischen Grundsatzfragen des Lebens gestellt: Was ist der Sinn des Lebens? Was macht mich als Mensch aus? Ich denke und fühle - aber was steckt eigentlich dahinter?
Ich war also auf der Suche nach einer großen Antwort. Die verbreiteten Glaubensreligionen konnten mir keine liefern, die haben mich nicht wirklich erfüllt. Ich habe dann viel gelesen und mich intensiv mit dem Buddhismus beschäftigt. Ziemlich schnell bin ich dann auch dem Buddhistischen Zentrum beigetreten.
TV-Serie Mein Verein


Ich war einer der ersten, vielleicht das fünfte oder sechste Mitglied. Das war Anfang 2003. Ich bin also schon fast zehn Jahre dabei.
Als Buddhist schätze ich die Glaubensreligionen wie etwa das Christentum sehr, habe viel Respekt davor. Eine befriedigende Antwort auf meine Lebensfragen konnten sie mir aber nicht liefern. Warum? In eine Kirche kann ich mich einfach hineinsetzen. Wenn ich nicht will, muss ich nicht einmal zuhören, was der Pfarrer sagt.
Das hat mich gestört. Den Buddhismus - den muss ich dagegen aktiv betreiben. Ich muss mich intensiv mit meinem eigenen Geist beschäftigen. Und das mache ich beim Meditieren. Hier geht es vor allem darum, ein anderes Empfinden zur Welt, einen geistigen Abstand zu bekommen. Es geht um Freiraum, Furchtlosigkeit und mehr Mitgefühl. Das Höchste im Buddhismus ist Erleuchtung. Weisheit - also Wissen - und Meditation führen dorthin. Wie sich diese Erleuchtung genau anfühlt, kann ich natürlich auch nicht sagen, ich habe sie ja noch nicht erfahren. Aber es muss ein Gefühl allerhöchster Freude, Liebe und Befreiung sein.
Um diesem Ziel näherzukommen, versuche ich, täglich zu meditieren - entweder zu Hause oder im Verein. Und wenn wir Mitglieder gerade einmal nicht meditieren, dann erzählen, lachen oder kochen wir gerne gemeinsam."

Aufgezeichnet von Katharina Neumann
In unserer TV-Serie "Mein Verein" lassen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu Wort kommen. Jeden Mittwoch stellen wir einen Verein aus der Perspektive eines Mitglieds vor. Dazu gibt es die wichtigsten Daten in Kurzform. Sie wollen Ihren Verein vorstellen? Schreiben Sie uns eine E-Mail an trier@volksfreund.de
Extra

Das Buddhistische Zentrum Trier gibt es seit 2002. Es gehört zu etwa 140 Zentren und Gruppen im deutschsprachigen Raum, die den Buddhismus der Karma-Kagyü-Linie betreiben, eine der großen Schulen des Diamantweg-Buddhismus. Die Zentren werden ehrenamtlich betrieben. In Trier zählt der Verein aktuell etwa 30 Mitglieder. Gerade ist das Zentrum in neue Räume in die Hornstraße 32 umgezogen. Es wird noch viel renoviert. Ein Meditationsraum wurde provisorisch eingerichtet, so dass die regelmäßigen Sitzungen trotz Umbauten stattfinden können. Wer interessiert ist, kann entweder dienstags um 20 Uhr oder sonntags um 18 Uhr zur öffentlichen Meditation kommen. Davor gibt\\'s für Neulinge auch eine kurze Einweisung in die Lehren des Buddhismus. Weitere Infos unter Telefon 06581/3545, per E-Mail an: trier@diamondway-center.org oder im Internet unter www.buddhismus-trier.de kne