Auf den Körper hören

TRIER. (kat) Eine Wirbelsäulenverletzung machte aus der Sportskanone Hedi Jakobs eine begeisterte Yogin. Seit einem Vierteljahrhundert unterricht sie in der eigenen Schule, und ihre innere Zufriedenheit schreibt sie nicht nur dem Lotossitz zu.

"Ich habe alles gemacht, was man sich vorstellen kann", sagt Hedi Jakobs. Mutter-Kind-Turnen, Ski-Gymnastik oder Aerobic. Sie war eine stadtbekannte Gymnastiklehrerin und hatte damals einen Weg gefunden, ihren Kindheitstraum annähernd wahr werden zu lassen. "Ich wollte immer Sport studieren, durfte aber nicht", sagt sie. In den 80er-Jahren schlug sie eine neue Richtung ein: die Wirbelsäule bereitete ihr Probleme und sie entdeckte Yoga als Therapiemöglichkeit. Erst brachte sie sich autodidaktisch ein paar klassische Haltungen bei, dann belegte sie Kurse. Seit dieser Zeit entwickelte sich ihr Yoga-Weg kontinuierlich weiter. Prägend sei die Begegnung mit dem indischen Yogi Ragan Gopalan gewesen: "Ich fühlte, dass so eine Berufung auf einmal da war." Plötzlich habe sie gewusst, wo es lang gehe in ihrem Leben. Hedi Jakobs ging weiter. Genau vor 25 Jahren berichtete der Trierische Volksfreund über die Eröffnung ihrer Yogaschule in Trier. "Yoga soll geistige und körperliche Energien erneuern und alle wichtigen Funktionen von Muskeln, Wirbelsäule, Kreislauf und Nervensystem", heißt es in dem Artikel. Viele Schülerinnen und Schüler hat sie in dem vergangenen Vierteljahrhundert begleitet. "Bei mir muss man keinen Kopfstand machen", betont Hedi Jakobs. Achtsamkeit und hineinhorchen in den eigenen Körper sei oberstes Gebot in ihren Kursen. Der Leistungsgedanke spiele in dem harmonischen Übungsraum in der Hermesstraße keine Rolle. Vor kurzem kam eine Yoga-Schülerin auf sie zu und zeigte ihr ein altes Foto. Sie war dort als Kind mit ihrer Mutter zu sehen, beim Mutter-Kind-Turnen mit Hedi Jakobs. "Ich freue mich, Menschen auf ihrem Weg begleiten zu dürfen", sagt die Lehrerin. Am Freitag wird das 25-jährige Bestehen mit Sekt und einem kleinen Buffet gefeiert.