Tourismus: Auf den Spuren der Architektur

Tourismus : Auf den Spuren der Architektur

Der Weltgästeführertag steht am Wochenende in Trier und Saarburg ganz im Zeichen des Bauhaus-Stils.

() Der Verein der Gästeführer in Trier und der Region (VGT) hat für den 23. und 24. Februar wieder ein spannendes Programm für Trier und Saarburg zusammengestellt. Seit 20 Jahren bieten Guides in Europa an diesem Tag Schnuppertouren an. In diesem Jahr drehen sich anlässlich der Gründung des Bauhauses vor 100 Jahren in Deutschland alle Führungen um Moderne Architektur(-elemente).

Auf den Spuren der Architektur des 20. Jahrhunderts laden deshalb die Trierer Stadtführer zu kostenlosen Schnuppertouren am Weltgästeführertag ein. Thema ist der Einfluss des Bauhaus-Stils auf die Baukultur in Deutschlands ältester Stadt. Am Samstag, 23. Februar, besuchen acht Gästeführer aus Trier acht Orte, um beispielhaft Architekturideen aus dem 20. Jahrhundert in Trier vorzustellen.

Jeannette Scholzen zeigt am Beispiel des Moselstadions und sozialer Wohnungsbauprojekte in dessen unmittelbarer Nähe aus den 1930er Jahren, welchen Einfluss die Idee des Neuen Bauens auf die Architektur in Trier hatte. Die Architekten setzten dabei auf geometrische Formen und verfolgten dabei das Ziel, dass die Menschen in einem gesunden Umfeld lebten.

Justine Duda und Kathrin Baumeister gehen in ihren Touren zur Steipe am Hauptmarkt bezie­hungsweise im Bereich rund um die Basilika der Frage nach, welche Kriterien bei der Neugestaltung dieser Plätze nach dem Zweiten Weltkrieg eine Rolle spielten.

Anhand der Pfarrkirche Sankt Gangolf stellt Alexander Schumitz den Glaskünstler Charles Crodel und dessen Bildsprache vor. Sein Stil war stark durch den Bauhausstil geprägt. Er entwarf Mitte der 1960er Jahre fünf Kirchenfenster für die Kirche.

Alfons Leitl war in den 1950er Jahren Baurat in Trier. Neben der neuen Synagoge an der Südallee plante er auch die Stadtbibliothek in der Weberbach. Dort widmet Anke Reichelt sich einem der wichtigsten deutschen Protagonisten des Neuen Bauens.

Nur wenige Meter weiter steht das Stadtbad direkt an den römischen Kaiserthermen. Es ist ein klassisches Bauhaus-Gebäude in Trier aus den 1920er Jahren. Für diesen Bau griffen die Trierer Architekten Brand und Mertes die Ideen von Hygiene und Wellness der Antike auf. Ihr Bad folgt dem Grundsatz „form follows function“ (aus dem Englischen übersetzt etwa: Die Form eines Gebäudes folgt aus seiner Verwendung). Dieses Konzept beschreibt Walter Schneider in seiner Führung am Stadtbad.

Hans-Dieter Biesdorf führt durch den Stadtteil Heiligkreuz und erklärt, wie dieser sich in den vergangenen über 100 Jahren verändert hat. Mal war er Ausweichquartier für die Fischer des Viertels St. Barbara, mal neue Heimat für die aus Schlesien und Ostpreußen Vertriebenen, mal angesagtes Wohnquartier.

Der Weltgästeführertag in Trier endet mit einer Schnuppertour von Carmen Müller durch die Kirche St. Michael im Stadtteil Mariahof. Entworfen wurde der pyramidenförmige Sakralbau von dem Dillinger Architekten Konny Schmitz Ende der 1960er Jahre. Seine Fenster wurden von dem bekannten Trierer Glaskünstler Jakob Schwarzkopf angefertigt.

Zwei weitere Touren anlässlich des Weltgästeführertags bieten Alexander Schumitz und Christiane Beyer am Sonntag, 24. Februar, in Saarburg an (siehe Extra). Organisiert wird der Weltgästeführertag in der Region seit 2006  vom Verein der Trierer Gästeführer (VGT). Jeannette Scholzen, die für den VGT die Touren in diesem Jahr ko-ordiniert, sagt: „Mit den Kurzführungen wollen wir der Öffentlichkeit zeigen, dass professionelle Gästeführer sich immer wieder auf neue Themen einlassen. Zugleich werben wir mit diesem Gratisangebot für unsere Leistungen.“

Die Führungen am Weltgästeführertag sind kostenlos. Um Spenden wird gebeten. Der Verein stellt sie regelmäßig Institutionen aus der Region für den Erhalt des kulturellen Erbes zur Verfügung. Der Erlös aus 2018 wurde für die Sanierung des Kreuzgangs im Kloster St. Matthias verwendet.

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