Auf den Spuren der guten alten Zeit
Das Freilichtmuseum Roscheider Hof ist auch an ungemütlichen Wintertagen einen Ausflug wert. Zwar sind jetzt die authentisch aufgebauten alten Häuser im Freigelände noch geschlossen. Das Museum hat aber einen enorm großen Ausstellungsbereich, der generationsübergreifend Spaß macht.
Konz. (gsb) Die Ausstellungsmacher mit Museumschef Ulrich Haas, Geschäftsführer Hermann Kramp und vielen fleißigen Helfern haben in den vergangenen Jahr(zehnt)en aus dem Roscheider Hof eine Vorzeigeeinrichtung gemacht. Entstanden ist ein vielseitiges Dokumentationszentrum ländlicher Kulturgeschichte aus Rheinland-Pfalz und dem Dreiländereck. Auf der mit 4000 Quadratmeter beachtlich großen Ausstellungsfläche ist man bestens an einem grauen Wintertag aufgehoben. Tipp: Den Ausflug zusammen mit Großeltern oder älteren Begleitern machen - der Gang durch die Ausstellung wird so sicherlich zu einer kleinen persönlichen Zeitreise durch die Familiengeschichte. Geräte aus Landwirtschaft und Weinbau erinnern an Gebräuche und Verfahren, die längst der Vergangenheit angehören. Der Knüller für Kinder: Die Ladengasse, in der Kinder das frühere Geschäftsleben betrachten können. Dort ist ebenfalls eine alte Zahnarztpraxis ausgestellt, bei der kein Besucher mehr an die "gute alte Zeit" glaubt. Eine Miniaturwelt aus Zinn mit Tausenden von Zinnfiguren lädt im 200 Quadratmeter großen Speicher des Gutshofes ein zum ausführlichen Betrachten und Staunen. Viel Ausdauer und Leidenschaft hat offensichtlich deren Erschaffer, der Trierer Geschichts-Professor Klaus Gerteis, in fünf Jahrzehnten beim Sammeln und Herstellen der Figuren aufgebracht. Dargestellt werden Themen zur Geschichte der Region, wie etwa römisches Landleben oder die Revolution in Trier. Die Geschichte des Waschens, das Schulmuseum, ein Krämerladen, die Webkammer, eine Backstube oder komplett eingerichtete Räume im Stil vergangener Jahrzehnte sind weitere Höhepunkte auf dem Rundgang durchs Museum. Spielzeug aus aller Welt zeigt die Ausstellung "Spielzeugwelten". Die Fachhochschulprofessorin Barbara Schu hat auf ihren Reisen 5000 Spielfiguren gesammelt, die seit 2006 im Roscheider Hof dauerhaft ausgestellt sind. Extra Öffnungszeiten des Freilichtmuseums Roscheider Hof im Winter: dienstags bis freitags 9 bis 17 Uhr, samstags, sonn- und feiertags 10 bis 17 Uhr; Erwachsene: 4 Euro, Kinder von sechs bis 14 Jahren: 2 Euro, Kinder unter sechs Jahre: frei. Angeboten werden auch Führungen, Aktions- oder Kindergeburtstage. Anfahrt: Von Trier kommend den braunen Hinweisschildern in Konz folgen. Auf der Roscheider Straße durch das Neubaugebiet fahren, bei einem Kreisel sich links halten. Das Freilichtmuseum liegt oberhalb von Konz-Karthaus hinter dem Stadtteil Konz-Roscheid. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Während der Woche verkehren Busse bis fast zum Freilichtmuseum, am Wochenende bietet sich eine 30-minütige Wanderung vom Bahnhof Karthaus an. Nähere Informationen im Internet unter der Adresse www.roscheiderhof.de.