Auf den Spuren von Erzbischof Egbert

Auf den Spuren von Erzbischof Egbert

Trier (red) Ehrenamtliche Helfer der Schatzkammer der Trierer Stadtbibliothek machten sich auf den Weg, um den historischen Spuren von Erzbischof Egbert zu folgen. Eine zweitägige Exkursion führte die Gruppe in das holländische Egmond, den Geburtsort des kunstsinnigen Bischofs von Trier.

Die Abtei Egmond wurde im frühen 10. Jahrhundert von den Großeltern Erzbischof Egberts gegründet. Sie ist die älteste Abtei Hollands. Erzbischof Egbert erhielt hier seine erste Ausbildung. Zum Dank vermachte er der Abtei später reiche Schenkungen von Büchern und liturgischem Gerät. Außerdem beauftragte er den Mettlacher Mönch Rupert, eine Lebensbeschreibung des heiligen Adalbert zu schreiben. Adalbert, ein Gefährte Willibrords, ist der Patron der Abtei. Seine Gebeine fanden in der Nähe des Klosters ihre letzte Ruhestätte. Die Adalbert-Vita ist zugleich die wichtigste Quelle zur Geschichte der Grafschaft Holland im Mittelalter. Nachdem Kloster Egmond 1573 im Zuge des Achtzigjährigen Krieges zerstört worden war, setzte 1934 der Wiederaufbau ein. Heute präsentiert sich die Abtei als ein florierendes Kloster mit zahlreichen Werkstätten, einer bedeutenden Bibliothek und einem Museum.
Nachdem Abt und Mönche die Besucher empfangen hatten, besichtigte die Gruppe Klosterkirche, Kerzenmacherei und Kräutergarten. Auch die Grabstätte des heiligen Adalberts, Wiege der Grafschaft Holland, stand auf dem Programm. Im Gegenzug hielt Professor Dr. Michael Embach, Leiter der Stadtbibliothek Trier, vor den Mönchen einen Vortrag über das Wirken Erzbischof Egberts in Trier.
Am zweiten Tag besuchten die Trierer die Königliche Bibliothek Den Haag. Sie ist im Besitz einer der ältesten Handschriften der Niederlande. Das aus dem 10. Jahrhundert stammende "Evangeliarium Egmondanum" zeigt auf einer doppelseitigen Darstellung die Eltern Erzbischof Egberts als Stifterfiguren der Handschrift. Der zuständige Konservator, Edwin Van der Vlis, erläuterte die kostbare Handschrift.

Mehr von Volksfreund