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Auf der Höhe sind sie skeptisch

Auf der Höhe sind sie skeptisch

Trier lässt sich nicht mit den Mega-Fahrradstädten in Deutschland vergleichen - so lautet das Urteil des Ortsbeirats Trier-Filsch. Folglich wurde dem städtischen Radverkehrskonzept 2025 bei der jüngsten Sitzung kaum Sympathie entgegengebracht.

Trier-Filsch. Der Trier-Filscher Ortsbeirat hält es ganz mit den Nachbarbezirken und bewertet die Radverkehrskonzeption 2025 durch die Bank negativ: Trier könne mit Deutschlands Hochburgen bei der Fahrradnutzung nie und nimmer mithalten. Das liege allein schon in der geografischen Lage von Talstadt und Höhenstadtteilen begründet. Filsch teilt damit die Einschätzung der benachbarten Stadtbezirke wie Trier-Kürenz, -Tarforst oder -Irsch.
Nicht verkennen wollten die Filscher allerdings, dass auf der Höhe das Fahrrad durchaus eine Alternative zum motorisierten Verkehr darstellen könne. Das sei aber nicht der Fall, wenn die Fahrt in der Tallage losgehen müsse mit einer unattraktiven Steigungsstrecke durch Kürenz oder Olewig.
Ratsmitglied Joachim Gilles (FDP) stellte die Änderungsvorschläge des Rats vor. Ohne Anpassung seien die Planungen völlig indiskutabel. Beispiel: Schwer vorstellbar, dass mit den Planungen Zweiradfahrer Vorfahrt erhielten am Feldwirtschaftsweg nahe des Bouleplatzs oder gar an der vielbefahrenen Landesstraße 143/144 (oberhalb des Filscher Häuschens). Bei dem großen Verkehrsaufkommen käme man hier dann überhaupt nicht mehr raus aus der Filscher Straße, argumentierte der Rat. Aber auch die vorhandene Hecke böte einen Gefahrenpunkt, da ein heranfahrender Zweiradfahrer erst sehr spät wahrzunehmen sei. Ohne die Filscher Vorschläge könne dem Konzept auf gar keinen Fall zugestimmt werden (einstimmiger Beschluss). Weiterer Verbesserungsvorschlag zu dem Thema: Es müsse ernsthaft geprüft werden, ob sich die Stadtbusse mit einer Fahrradhalterung am Heck nachrüsten ließen. Hier seien die Stadtwerke gefordert, ihre Haltung zu dem Thema zu überdenken.
Ins Leere lief beim Rat der Vorschlag, eine Art Radfahrsteuer einzuführen, um Geld für gewünschte Infrastruktur-Maßnahmen zu generieren. Valentin Weber (CDU) begründete seinen Vorschlag mit Blick auf die klammen Kassen der Verwaltung.
Breiten Raum im weiteren Sitzungsverlauf nahm die zweite Stufe der Lärmaktionsplanung für die Stadt ein. Laut Ortsvorsteher Karl-Josef Gilles (FDP) ist Filsch schon 2010 bei der ersten Stufe übergangen worden. Es gebe einige Beschwerden aus dem Ort: "Deshalb muss was getan werden vonseiten der Verwaltung" - zum Beispiel bei den Anwesen entlang der Landesstraße 143 (Richtung Pluwig).
Für Peter Kritzke (SPD) besteht das Hauptproblem in der Beschleunigung den Berg hinauf, was mitunter viel Lärm verursache. Mit seinem Vorschlag hegt der Ortsbeirat die Hoffnung, dass Filsch in die Planungen aufgenommen wird. Karl-Josef Gilles: "Die Chancen dafür stehen nicht schlecht."
Einstimmig angenommen wurde das Baugebiet BU 14 Ober der Herrnwiese. Dieser Bereich gehöre zu Filsch und nicht zu Tarforst und stehe deshalb zu Recht "bei uns auf der Tagesordnung". Die Verwaltung hatte den Punkt irrtümlich für den Ortsbeirat Tarforst terminiert. Nicht alles, was "Tarforster Höhe" heiße, gehörte zu Tarforst, lautete Karl-Josef Gilles' süffisante Feststellung.
Extra

Trier-Filsch wächst weiter - nicht zuletzt bei der Einwohnerzahl. Stolz verkündete Ortsvorsteher Karl-Josef Gilles die neuen Zahlen: 938 Einwohner seien es aktuell. Vor einem Jahr waren es noch 836. Die Überschreitung der 1000er Marke sei nur noch eine Frage der Zeit. Egal wann es passiert: Die historische Marke soll gebührend gefeiert werden. Für die Filscher erfreulich dabei: "Wir geben die Rote Laterne an Kernscheid ab", so der Ortsvorsteher. Mit drei Einwohnern mehr liegt Kernscheid (941) nur noch hauchdünn vor Filsch. Helga Büdenbender von der Wohnbaugenossenschaft "zak" e.V. stellte ein Wohnprojekt mit Mehrgenerationennutzung im Baugebiet BU 13 vor (dies allerdings auf Tarforster Bann): Dort sollen in einem Komplex 20 neue Wohnungen mit einer Größe von 53 bis 116 Quadratmetern entstehen. Angenommener Baubeginn: Frühjahr 2016. Für den Ortsbeirat Filsch ist denkbar, dass ein solches Mehrgenerationenprojekt auch in Filsch realisiert werden kann. Der Ortsteilchef wies darauf hin, dass in BU 14 eine Fläche für ein Modellprojekt ausgewiesen sei. Einstimmig unterstützt der Rat den Einsatz eines Feldhüters allerdings mit dem Hinweis, dass dies eine originäre Aufgabe der Stadt sei. Eine solche Vollzugsperson müsse aber nicht nur für Feld und Flur zuständig sein, sondern auch für die Belange (etwa durch Falschparker) innerhalb der geschlossenen Bebauung. LH