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Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Die Beschäftigung mit der Vergangenheit der eigenen Familie oder mit der Geschichte eines Ortes ist eine spannende, aber auch zeitaufwendige Sache. Bei der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde (WGFF) treffen Menschen aufeinander, die dieses Interesse verbindet. Der Vorsitzende in der Region Trier ist Karl Oehms. Im TV erzählt er von seiner Vereinsarbeit.

Das Interesse an der Familienkunde wächst. Im Jahr 2001 hatten wir 46 Mitglieder bei der Bezirksgruppe. Heute sind es 164, und die Tendenz nach oben hält an. Dabei spielt auch eine Rolle, dass wir heute ganz andere Möglichkeiten haben als früher. Es haben sich Welten geöffnet, die es vorher nicht gab.
Um sich mit der Familienforschung zu beschäftigen, braucht man ein Faible für Geschichte. Der Film Roots, in dem es um afrikanische Sklaven in Amerika und deren Herkunft ging, hat eine Welle losgetreten. Die Fragen "Wer bin ich?", "Wo komme ich her?" sind eine große Motivation.
Von unseren Mitgliedern hat jedes etwas anderes, das es antreibt. Bei dem einen ist es das Interesse an der Familiengeschichte, bei dem anderen vielleicht an der Vergangenheit des Orts. Die Aufgabe der WGFF ist es, diese Leute zusammenzubringen. Es ist für die Mitglieder ein Geben und Nehmen.
Der eine kennt sich gut mit Computern aus, braucht aber Unterstützung beim Lesen von lateinischen Texten. Mancher kennt geografische Hintergründe, dafür kann der Nächste gut die altdeutsche Schrift lesen. Und so können sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen.
Jeder hat seine Schwerpunkte. Die Quellen für die Forschungen sind meist Kirchenbücher und Standesämter. Aber auch Steuer-, Huldigungslisten, Prozess- oder Notarakten können weiterhelfen. Dabei müssen viele alte Unterlagen gelesen werden. Auch in altdeutscher Schrift. Aber das ist Übungssache. Gut ist es, wenn in der eigenen Geschichte eine Adelsfamilie vorkommt. Allein deshalb, weil sich dann viel mehr Material finden lässt.
TV-Serie Mein Verein



Veröffentlicht werden die Ergebnisse auf der Internetseite der WGFF. Besonders beliebt sind die ABC-Listen. Da ist alphabetisch geordnet jeder Ort zu finden, der schon erforscht wurde. Und Familiennamen sind ebenfalls aufgelistet. Viele Mitglieder haben auch Familienbücher oder Chroniken für einen oder mehrere Orte verfasst.
Die Mitglieder sind zum größten Teil Männer über 50 Jahren. Aber es gibt auch Frauen bei der WGFF. Manchmal führt auch ein Geschichtsstudium dazu, dass sich jüngere Menschen anschließen.
Wir treffen uns mehrmals im Jahr an verschiedenen Orten wie Trier, Wittlich, Prüm, Schillingen oder Daun. Ich sage manchmal: Wir ziehen wie ein Zirkus durch das Land. Dabei steht immer ein Thema im Mittelpunkt, und es kommt ein offenes Gespräch in Gang."

Aufgezeichnet von Nora John
Extra

Die Bezirksgruppe Trier der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde zählte zum 1. Januar 164 Mitglieder. Leiter ist Karl Oehms, sein Stellvertreter Heribert Scholer. Wer sich für die Arbeit der Gruppe interessiert, kann Kontakt aufnehmen unter Telefon 0651/69789 oder per E-Mail an info@trier.wgff.net Die WGFF wurde 1913 in Köln gegründet und ist heute mit über 2300 Mitgliedern die größte regionale genealogische Vereinigung in Deutschland. Das Arbeitsgebiet war ursprünglich die gesamte frühere preußische Rheinprovinz; heute umfasst es die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln (Nordrhein-Westfalen) sowie Koblenz und Trier (Rheinland-Pfalz). Sie ist untergliedert in 13 Bezirksgruppen. Weitere Infos: www.wgff.net Quelle: Homepage