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Auf der Suche nach der Mauereidechse

Auf der Suche nach der Mauereidechse

Die Mauereidechse ist das Reptil des Jahres 2011. Während sie in weiten Teilen Deutschlands rar ist, kommt sie in Rheinland-Pfalz häufiger vor. Wer die kleine Echse sichtet, soll das dem Naturschutzbund (Nabu) melden.

Trier. "Auch wenn wir an Mosel, Saar und Ruwer die Mauereidechse recht häufig antreffen, steht sie bundesweit auf der Vorwarnstufe der Roten Liste und ist auch europaweit streng geschützt", erklärt Corinna Albert, Leiterin der Nabu-Regionalstelle Trier. Das wärmeliebende Reptil benötigt nach Süden ausgerichtete Lagen, viele tiefe Bodenspalten zur Überwinterung, vegetationslose Bereiche zum Sonnen und zur Eiablage sowie zahlreiche Insekten als Nahrung.
In Rheinland-Pfalz finden sich viele, vor allem durch den Menschen geschaffene Lebensräume. "Besonders in den Weinbaugebieten mit traditionellen Trockenmauern kommt sie häufig vor", sagt Albert. "Aber auch an den Schotterflächen der Bahngleise, auf Industriebrachen, stillgelegten Steinbrüchen und an Burgmauern." Natürliche Vorkommen sind in naturnahen Flusstälern mit Abbruchkanten und Schotterbänken und in Felsen. Auf einer internationalen Tagung im Herbst möchte der Nabu über die Situation der Mauereidechse in Rheinland-Pfalz berichten. Der Verein bittet daher um Meldungen von neuen Sichtungen. "Wir fragen uns, bis, in welche Höhenlage die Mauereidechse aufsteigt und in welcher Häufigkeit", erklärt Albert.
Wer Gartenbesitzer ist und für die Mauereidechse und andere einheimische Reptilien etwas tun will, kann an geeigneter Stelle Trockenmauern errichten. Beim Nabu Trier gibt\'s kostenlose Bauanleitungen.
Infos und Meldungen: Nabu Trier, Telefon 0651/17088. red
Die Mauereidechse hat eine hell- bis mittelbraune oder graue Färbung, einen schlanken, abgeflachten Körper und eine Körperlänge von maximal 22 Zentimetern, wovon rund Zweidrittel auf den Schwanz entfallen. Charakteristisch ist ein dunkles Seitenband, das von den Augen bis auf die Schwanzwurzel verläuft und sich bei den Männchen häufig in eine Netzstruktur auflöst. Kräftige Beine, lange Zehen und langer Schwanz geben der Mauereidechse Klettersicherheit.