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Auf der Suche nach der Zukunft

Auf der Suche nach der Zukunft

Zwei Messetage, 47 Aussteller und 48 teilnehmende Schulen: Auf der Berufsmesse Vocatium in der Trierer Europahalle haben sich Schüler in über 3700 Einzelgesprächen über Angebote von Hochschulen und Betrieben aus Trier und der Großregion informiert.

Trier. Laura Assmann hat schon mehrere Messen und Tage der offenen Tür besucht und bereits mehrere Praktika absolviert. "Langsam muss man sich bewerben - ich mache mir schon lange Gedanken darüber." Die Zwölftklässlerin aus Simmern im Hunsrück hat in Eigeninitiative dafür gesorgt, dass Schüler des Herzog-Johann-Gymnasiums an der Messe in Trier teilnehmen können. Von ihrer Schule gab es keine Bestrebungen, deswegen habe sie das Ganze selbst in die Hand genommen und organisiert.
Individuelle Beratung


Doch so gut informiert und vorbereitet wie Laura Assmann sind längst nicht alle Schüler. Hohe Studienabbruchquoten und fehlender Freiraum zur Berufsorientierung werden immer wieder diskutiert.
Auf der Berufsmesse Vocatium hatten Schüler teilnehmender Schulen und Spontanbesucher an zwei Tagen die Möglichkeit, ihre Unsicherheit bei der Wahl ihrer beruflichen Zukunft etwas zu beseitigen. Das Konzept: Hochschulen, Beratungsinstitutionen und Ausbildungsbetriebe stellen sich vor und bieten in 20-minütigen Einzelgesprächen individuelle Beratung an.
Doch auch die Veranstalter sind auf die Kooperationsbereitschaft der Schulen angewiesen. Günter Lambio, Einstellungsberater des Trierer Polizeipräsidiums, sagt, es gebe Schulen mit und Schulen ohne Konzept. Vocatium sei eine optimale Messe, da die Schüler hier gezwungen seien, sich vorab zu informieren. Er nutzt die Messe als Kontaktforum: "In 20 Minuten kann ich keinem den Polizeiberuf erklären, allerdings lade ich im Nachhinein zu ausführlicheren Gesprächen ein." Doch auch auf der Lehrerseite seien die Ressourcen begrenzt, meint Stefanie Sauerborn vom Trierer Humboldt-Gymnasium. Die Beratungstätigkeit finde nur neben dem Kerngeschäft des Unterrichtens statt.
Die Messe wird vom Institut für Talententwicklung betreut. Seit 16 Jahren organisiert die Gesellschaft Messen an mittlerweile über 70 Standorten und berät junge Menschen bei der Berufswahl. Die Geschäftsführerin für den Bereich West, Tina Schäfermeyer, betont die Regionalität als Stärke ihrer Veranstaltungen. An über 60 Standorten hätten sie Büros. Dadurch könnten sie vor jeder Messe Schulbesuche anbieten, bei denen sich die Schüler gezielt vorbereiten und Termine mit den Ausstellern vereinbaren könnten.