Auf die Klappern, fertig, los! Brauchtumspflege auch in Trier

Kolumne Viez-Jupp : Auf die Klappern, fertig, los! Brauchtumspflege auch in Trier

Seit Tagen bin ich ganz aufgeregt. Alles wegen der Maximiner Männer. Das sind für mich Helden!

Aber der Reihe nach: Vor Ostern zieht die Stadt- und Dorfjugend ja vielerorts klappernd durch die Straßen, um die nach Rom entflogenen Kirchenglocken zu ersetzen. In Trier-Ruwer, speziell im Teil links der Ruwer (Maximin), herrscht beim dortigen „Rauschen“ aber Nachwuchsmangel. Deshalb greifen 15 Männer beherzt selbst zur Klapper und kündigen Tages- und Gebetszeiten an. Ist das nicht wunderbar?

Die originelle Aktion erinnert mich an meine Jugend. Da bin ich stolz wie Oskar mit den anderen Klapper-Jungs auf Tour gegangen. Frühmorgens, mittags, abends: Wir waren immer pünktlich zur Stelle, trafen uns erst mit den anderen Gruppen und schwärmten dann in alle Richtungen aus. Wir überboten uns gegenseitig beim Rufen und Klappern: je lauter, desto besser. An Karsamstag fuhren wir mit einem Bollerwagen von Haus zu Haus, um uns den wohlverdienten Lohn der Mühen abzuholen. Die gesammelten und im Sägemehl des Bollerwagens transportierten Eier teilten wir am Ende auf, ebenso die Geldspenden (die uns natürlich lieber waren).

Die Maximiner Männer behalten das Geld nicht für sich, sondern spenden es der Kinderkrebsstation im Trierer Mutterhaus. Eine sehr schöne Idee, finde ich. Wenn ich auf dem Speicher meine alte Klapper finde, marschiere ich aus Solidarität noch glattweg mit. Und meine Frau Bärbel freut sich, dass sie in Ruhe Ostern vorbereiten kann. Also: Frohes Fest!

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