Auf eigene Stärken besinnen

TRIER. Elf Schüler der privaten Hauptschule St. Maximin haben neben dem Unterricht an einem Projekt der Industrie- und Handelskammer teilgenommen, um den Übergang von der Schule zur Berufswelt besser meistern zu können. Ihre Zertifikate über die erfolgreiche Teilnahme bekamen sie während einer Feierstunde.

Fabrizio Franchella ist froh, dass er eine Lehrstelle "so gut wie sicher hat" und er seinem Berufswunsch, Aufzugbauer oder Karosseriebauer zu werden damit ein gutes Stück näher kommen dürfte. Noch vor einem halben Jahr hatte der Schüler der privaten Hauptschule St. Maximin in Trier "Schwierigkeiten mit Bewerbungen schreiben", gibt der 14-Jährige unumwunden zu. Diese Zeit sei jetzt vorbei, sagt der junge Mann aus Mertesdorf selbstsicher. "Wir haben viel gelernt bei Frau Lossjew!""Ich traue mir mehr zu"

Darin sind sich alle elf Teilnehmer des Projekts "Unternehmen Lebensplanung: Ich will mein Leben eigenverantwortlich gestalten" der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier in Kooperation mit der Privatschule sicher, als ihnen im IHK-Tagungszentrum die Zertifikate über den erfolgreichen Abschluss ausgehändigt wurden. "Ich traue mir mehr zu und weiß jetzt, was ich früher falsch gemacht habe", zog Stephanie Bauer (15) ihre persönliche Bilanz: "Ich kann jetzt viele Sachen selber machen, bin viel stärker." An einer Ausbildung im Bereich Floristik sei sie interessiert. Die elf Hauptschüler haben freiwillig an dem Modellprojekt (jeweils freitags nachmittags) "zur Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf" teilgenommen. In der Kennenlern-Phase ging es um die Fragen: Wer bin ich? Was kann ich? Welche Fähigkeiten besitze ich? Was will ich? Daran schloss sich eine schulische und eine betriebliche Ausbildung mit Praktika an. Obwohl es "nicht immer reibungslos lief", war Alexandra Lossjew von der IHK dennoch mehr als zufrieden mit ihren Schützlingen. Sie hätten das notwendige Rüstzeug mitbekommen, jetzt selbstständig ins Leben zu gehen, lobte die Projektleiterin und dankte neben der Schule auch den Eltern für deren Unterstützung. Sich auf eigene Stärken besinnen, komme manchmal zu kurz im Unterricht, sagte Rektor Guido Müller. Sein Dank gelte daher der IHK. Laut Alexandra Lossjew wird für Frühjahr 2007 eine Fortsetzung des Projekts sogar mit einer Idee anspruchsvoller angepeilt nach dem Leitgedanken: "Förderung durch fordern". Indra Terres (15) aus Bonerath gibt zu, dass ihr am Anfang "schon mal die Flatter ging oder sie Muffensausen hatte", aber "man ist viel selbstbewusster geworden". Auf die oftmals ins Gerede gekommene Hauptschule schimpfen mag Alexandra Lossjew überhaupt nicht: "Wenn die jungen Leute Orientierungshilfe bekommen, sind Hauptschüler in der Lage, einiges zu leisten. Ich bin stolz heute Abend."