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Auf gemeinsamen Wegen zum Ziel

Auf gemeinsamen Wegen zum Ziel

Noch ist es Zukunftsmusik: Mit dem Stadtwerke-Bus auf einer Linie von Konz-Könen bis Schweich-Issel oder eine einheitliche Dauerkarte für alle Bäder in Trier und Umgebung. Dieses und Vieles mehr soll über kurz oder lang das neue Städtenetz Konz-Trier-Schweich verwirklichen.

Konz/Schweich/Trier. (f.k.) Die örtliche Eigenständigkeit bewahren, aber dort zusammenarbeiten, wo es für den einzelnen Bürger wie auch für die Allgemeinheit von Vorteil ist: In einem landesweiten Pilotprojekt wollen die Städte Trier, Konz und Schweich sowie die Verbandsgemeinden Konz und Schweich wichtige Aufgaben künftig gemeinsam angehen. Gemeinsam wider das alte Kirchturmdenken Nach einem Jahr der Vorarbeit stellten gestern die beteiligten Kommunen ihr neues Kooperationsmodell vor. Koordiniert wurde die Planung von Bertholt Biwer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Schweich. Die Planungskosten betrugen rund 125 000 Euro - wovon das Land rund 75 Prozent trägt. "Alle kurz- oder langfristig angesetzten Projekte, die wir heute vorstellen, haben eines gemeinsam: Sie richten sich gegen das alte, kleinräumige Kirchturmdenken und sollen allen Beteiligten gleichermaßen nutzen", erklärte Triers Oberbürgermeister Jensen bei der Präsentation im Trierer Rathaus. "Ein überfälliger Blick über den Tellerrand", meinte Bürgermeister Karl-Heinz Frieden von der VG Konz. Einen wichtigen Schritt in Richtung Mittelzentrum Schweich sah Stadtbürgermeister Otmar Rößler.

Kern der Städte- und Gemeindekooperation ist eine Reihe von unterschiedlichen Projekten. Davon gelten als kurzfristig realisierbar (möglichst schon 2011): Eine Personennahverkehrs-Broschüre für Neubürger, eine Schwimmbäder-Kombikarte, eine pädagogisch ausgearbeitete Vernetzung aller Museen, gemeinsame Klärschlammverarbeitung, gemeinsame Ferien- und Freizeitangebote für Familien und Alleinerziehende sowie eine Börse für Ausgleichsflächen bei öffentlichen Bau- und Erschließungsprojekten. Nicht einfach umzusetzen und daher langfristig konzipiert sind ein einheitlicher Bus-Ring-Verkehr durch alle Städte und Gemeinden, Förderung der Elektromobiltät durch Beschaffung von Dienst-Elektroautos und der Aufbau eines Ladenetzes, ein gemeinsames Buchungssystem für Touristen, gemeinsame Wirtschaftsförderung, Austausch von Exponaten zwischen den örtlichen Museen und die gemeinsame, interkommunale Erschließung von Neubaugebieten.

Dazu Berthold Biwer: "Für ein Projekt wie den so wichtigen Bus-Ring-Verkehr müssen noch richtig dicke Bretter gebohrt werden." Grund seien die unterschiedlichen Akteure wie Stadtwerke Trier, Moselbahn und Rhein-Mosel-Verkehrsbetriebe. Dennoch werde auch dies einmal Wirklichkeit.

Meinung

Den Elan nun beibehalten

Mit dem Netzwerk Konz-Trier-Schweich ist fünf Städten und Gemeinden der Sprung über den eigenen Schatten gelungen. Die unterschiedlich strukturierten Kommunen bekämpfen altes Kirchturmdenken, um Herausforderungen effektiver, rationeller und umfassender angehen zu können. Die Gewinner sind die Bürger - und die Allgemeinheit. Dies beginnt bei "Kleinigkeiten" wie der Einheitskarte für alle Schwimmbäder und soll einmal mit einem übergreifenden Nahverkehrsnetz enden. Mit dem Bus im 20-Minuten-Takt von Konz nach Schweich, so wie heute von der Terviris-Passage nach Kürenz? Das könnte Wirklichkeit werden, wenn die Beteiligten nicht der Elan verlässt, der sie heute so auszeichnet. f.knopp@volksfreund.deExtra Gemessen an den Einwohnerzahlen unterscheiden sich die fünf kooperierenden Kommunen deutlich: Das Schwergewicht mit mehr als 100 000 Einwohnern bildet die Stadt Trier. Die Verbandsgemeinde (VG) Konz zählt rund 32 000 Einwohner, die Stadt Konz kommt auf rund 18 700 Einwohner. Kleinere Dimensionen weisen die VG und die Stadt Schweich mit rund 26 000 beziehungsweise 7000 Einwohnern aus. Insgesamt stehen im Kooperationsgebiet den knapp über 100 000 Trierer Stadtbewohnern etwas mehr als 84 000 Kreisbewohner gegenüber. Neben dem Oberzentrum Trier hat die Stadt Konz die Einstufung als Mittelzentrum. Die Stadt Schweich strebt diese Heraufstufung noch an (der TV berichtete). Die entsprechende Infrastruktur (Schulzentrum mit Gymnasium, Einkaufszentren, Gewerbeparks, Verknüpfungsbahnhof, Freibad, Wettkampfanlagen und kulturelle Einrichtungen) sind in Schweich weitgehend schon vorhanden oder im Entstehen. (f.k.)