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Auf neuer Strecke durch den Trierer Westen

Auf neuer Strecke durch den Trierer Westen

Die Bewohner von Eurener- und Luxemburger Straße dürfen aufatmen. Wenn die neue Verbindungsstraße durch Trier-West kommt, werden an ihren Häusern weniger Autos vorbeibrausen. In der Hornstraße hingegen wird der Verkehr zunehmen. Dies zeigt das Verkehrsgutachten für den Stadtteil, das im Ortsbeirat Trier-West/Pallien vorgestellt wurde.

Trier-West. 11 600 Autos drängeln sich täglich durch die Hornstraße in Trier-West. Im Jahr 2025 könnten es bis zu 15 500 werden. "Die Hornstraße ist der große Verlierer, wenn die neue Verbindungsstraße gebaut wird, sagte Bernhard Hügle (Grüne) in der Sitzung des Ortsbeirats Trier-West/Pallien im Jugendwerk Don Bosco. Auch ohne die Maßnahme würden es - so die Prognose - 2000 Autos mehr sein, informierte Wilko Kannenberg vom Städtischen Planungsamt das Gremium.
Der Verkehrsplaner stellte vier Varianten vor, die sich darin unterscheiden, ob der Bahnübergang Martinerfeld geschlossen wird. Wegen der erheblichen Kosten, die eine dann notwendige Bahnunterführung verursachen würde, seien diese Varianten nur umsetzbar, wenn die Westtrasse reaktiviert würde, sagte Kannenberg. "Dann wäre die Bahn finanziell mit im Boot."
In dem neuen Verkehrskonzept werde der Masterplan fortgeschrieben, sagte Kannenberg. Darin sei man vom Abriss der Gebäude auf dem ehemaligen Eybl/Bobinet-Gelände und einer gewerblichen Nutzung ausgegangen. Der Investor EPG will die Hallen jedoch erhalten und zu Wohnungen umbauen (der TV berichtete). Wohnnutzung sei jedoch nicht verträglich einer B 51 neu, für die im Jahr 2025 rund 18 000 Fahrzeuge am Tag prognostiziert werden.
Deshalb sehe eine Planvariante vor, den Verkehr gleichmäßig zu verteilen. Dann würden berechnete 12 800 Autofahrer täglich auf der neuen Strecke fahren - zu viel für ein Wohngebiet, meint die Stadt. Verträglich seien 8000 Fahrzeuge auf der neuen Verbindungsstraße, was mit Tempo 30 erreicht werden soll. Dadurch würden Eurener- (9900/Status quo 2025: 15 300), Luxemburger (10 900/11 900) und Aachener Straße (13 700/12 200) entlastet. Mehr Verkehr müsste jedoch die Hornstraße tragen (13 600/15 500), allerdings nicht so viel, wie wenn die B 51 neu käme (23 900). "Wir sind hier in Trier-West über Jahre hinweg bestraft worden", kritisierte Hügle die Planung. Dort, wo heute in der Hornstraße die "Einkaufsmeile" stehe, wäre eine "vernünftige Fläche" für eine Straße inklusive Lärmschutz. Doch die Stadt habe geplant, ohne sich um den Verkehr zu kümmern.
Karin Scholzen-Koch (SPD) sieht einen Zusammenhang zwischen den geplanten hochwertigen Wohnungen im Bereich Eybl/Bobinet. "Auf der anderen Seite werden die Anwohner der Hornstraße mehr belastet." Scholzen-Koch befürchtet "sozialen Neid" und plädierte dafür, die Verkehrsströme gleich zu verteilen. Kannenberg widersprach: "Der Investor wollte den Verkehr komplett aus dem Gebiet raus und eine Sticherschließung haben." Die Stadt verfolge diese Planung nicht, weil es im Stadtteil massive Verkehrsprobleme gebe. "Unser Ziel ist, diese Bereiche zu entlasten." Das neue Gutachten sei ein Kompromiss.
Die hohe Verkehrsbelastung im Stadtteil verursache der Durchgangsverkehr, kritisierte Eike Neumann-Overholthaus (SPD) und forderte Tempo 30 ab der Bonner Straße. Das trüge zur Beruhigung des Stadtteils bei. Tempo 30 sei auch auf Bundesstraßen möglich, das habe ihm Ex-Minister Hendrik Hering bestätigt, versicherte er. Ortsvorsteher Horst Erasmy (CDU) griff die Forderung auf. "Wir müssen diese Dinge endlich ins Rollen bringen und Anträge stellen." Geprüft werden müsse auch ein Nachtfahrverbot für LKW und die Mautregelung. "Das sind Dinge, die kein Geld kosten." Der Ortsbeirat stimmte der städtischen Vorlage inklusive der Ergänzungen bei einer Enthaltung zu. Erasmy: "Wir wollen nicht nur Leuchttürme in gehobenen Wohnbezirken, sondern auch im Ortskern für die Menschen, die hier schon leben."
Extra

Keine großflächigen Werbetafeln am westlichen Stadteingang: Der Ortsbeirat Trier-West/Pallien hat einstimmig beschlossen, den Bebauungsplan BW 76 (Bereich Bitburger-/Kölner-/Bonner Straße/Kaiser-Wilhelm-Brücke) aufzustellen. Ebenfalls einstimmig folgte das Gremium dem städtischen Vorschlag zur Umwandlung der Kurfürst-Balduin-Realschule plus in eine Ganztagsschule in Angebotsform. Eine breite Mehrheit fand auch das Integrationskonzept sowie die Grünanlagen- und Spielplatzsatzung, letztere ergänzt um die Vorschläge des Beirats zu Grillplätzen im Bereich Mündung Sirzenicher Bach, Unterführung Kölner Straße und in den Moselauen. mehi