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Auf Stöckelschuhen in die Steinzeit an der Mosel

Auf Stöckelschuhen in die Steinzeit an der Mosel

Nach dem großen Erfolg des letztjährigen "Trouble im Theater" gab es erneut kurzweilige Unterhaltung und lang anhaltenden Premierenbeifall für die neue Travestie-Show des Schmit-z-Theaters.

Trier. Am Anfang war das Wort? Das Licht? Das Feuer? Nein! "Am Anfang war der Stöckelschuh." Das ist der Titel, den der Autor Philipp Gonder dem neuen, grellen Trashical des Schmit-Z-Theaters gegeben hat. Inszenierung: Berthold Hirschfeld.
Reise ins Erwachsenenalter


Die Handlung in Kurzform: In grauer Vorzeit lebt in den dichten Wäldern des Moseltals ein kleiner Stamm in einem Höhlensystem, das durch die Treviris-Passagen verbunden ist. Der Stammesfürst Borwin schickt seine Söhne Netflix und Helmix auf die Reise zum Erwachsenwerden. Die Reise und die Rückkehr bieten jede Menge Anlässe für zweideutige Wortwitze, schräge Scherze und Anspielungen auf Trier und den hier herrschenden, ganz eigenen Dialekt und Humor, die das Publikum hellauf begeistern. Schon die Rollennamen sind urkomisch: Miss Gromberschniedschi, Lesberella, Tuntix oder Flatulentia. Nefertitti und Hathor heißen zwei weibliche, ägyptische Orakel, die den Moselstamm dazu bringen, das Abbild des Gottes Stöckelschuh zu verehren.
Stammesführer Borwin ordnet an, dass diesem Gott gehuldigt werden und es freien Alkohol und Travestieshows geben soll. Und so kommt es auch. Es folgen zahlreiche Schlager in Playback, die zur Begeisterung des Publikums in schreiend bunten Kostümen und überdrehter Gestik und Mimik dargeboten werden und zum Mitsingen und Mitklatschen animieren. Immer wieder sind Tanzszenen eingebaut, ein großes Vergnügen für die Zuschauer.
Ralf Haupenthal (49) aus Trier muss während der Vorstellung mehrfach herzhaft lachen, vor allem über die witzigen Anspielungen auf Land und Leute. Jasmin Lehnert (26) aus Waldrach ist begeistert, dass das Stück eine ungezwungene Toleranz und Offenheit gegenüber Gleichgeschlechtlichen transportiert, was in der heutigen Zeit zunehmend wichtiger werde. Das Publikum klatscht begeistert Beifall. red
Weitere, fast ausverkaufte Aufführungen sind am 2. und 3. Dezember.