Auf Tuchfühlung mit Spinne und Schlange

Auf Tuchfühlung mit Spinne und Schlange

Schlangen, Spinnen und Skorpione sind nur einige von den Tieren, mit denen die Filmtierzentrale Deutschland arbeitet. In der Trier-Galerie können diese Exoten noch bis Samstag aus der Nähe betrachtet und zum Teil auch angefasst werden.

(noj) Sie ist sehr groß, sehr haarig, und sie hat acht Beine. Diese acht Beine der Vogelspinne bewegen sich langsam auf die Handflächen der TV-Reporterin zu. Rundherum stehen Passanten und beobachten mit einer Mischung aus Abscheu und Neugierde den Ausflug der Spinne. Bei den meisten siegt die Neugierde, einige fotografieren das Schauspiel. Tiertrainerin Rebecca Hoffmann von der Filmtierzentrale Deutschland hat vorher erklärt, dass Spinni - so nennt sie die Vogelspinne liebevoll - nicht angepustet werden möchte. Deshalb lieber mal Luft anhalten. Schließlich ist die Vogelspinne, wie überhaupt alle Spinnen, giftig.

Doch Hoffmann beruhigt, das Gift ist nicht tödlich, und noch nie habe eines ihrer Tiere gebissen. Ein Bein nach dem anderen arbeitet sich Spinni weiter vor. Wie ganz leichte Berührungen mit einer Fingerkuppe fühlt sich das auf der Handfläche an. Trocken, warm und angenehm, sagt der Verstand. Gruselig und eklig, sagt das Gefühl.

Deutliches Aufatmen, als Spinni wieder in ihrem Terrarium verschwindet. Die Gelegenheit, mal eine echte Vogelspinne ganz nah zu sehen und vielleicht auch anzufassen, gibt es in der Trier-Galerie noch bis Samstag. Die Filmtierzentrale Deutschland hat dort auf mehreren Etagen Kröten, Schlangen, Skorpione, Warane und andere Exoten ausgestellt. Eine Sprechstunde mit der Gelegenheit, näheren Kontakt zu den Exoten aufzunehmen, gibt es täglich zwischen 14 und 15 Uhr. Einige von den Tieren haben es schon zu etwas Berühmtheit gebracht. Die Kröten, die in der ersten Etage zu sehen sind, wurden fernsehwirksam unter Aufsicht von Heidi Klum von angehenden deutschen Topmodels geküsst.


Handzahm sind alle Tiere der Filmtierzentrale. Es gibt neben den Exoten auch Vögel, Waschbären sowie Haus- und Nutztiere. "Die Tiere werden bei uns groß und werden von klein auf daran gewöhnt", verrät Hoffmann. Für Filmaufnahmen nutze man die natürlichen Anlagen. Die Vogelspinne reagiert beispielsweise empfindlich auf Luft und kann mit leichtem Pusten dirigiert werden.

Jetzt hat auch Köpy, ein etwa eineinhalb Kilo schwerer Königspython, seinen großen Auftritt. Rebecca Hoffmann legt das Tier bei Gianna Niebel um den Hals.

"Wie ein schwerer Kragen", sagt die junge Frau. Die Haut der Schlange fühlt sich trocken und warm an. Doch allenfalls sanft über die weiche Haut streicheln ist erlaubt. Der Königspython schätzt es gar nicht, wenn er zu fest angepackt wird.

Für Rebecca Hoffmann ist es wichtig, die Tiere nicht nur zu zeigen, sondern Aufklärungsarbeit zu leisten. "Es sind keine Haustiere", betont sie. Ein weiteres Aufgabengebiet der Filmtierzentrale ist die Behandlung von Phobien gegen Schlangen oder Spinnen. Angefangen mit Zeichnungen der Tiere über Fotos bis hin zum echten Exemplar auf der Hand können sich Ängstliche an das Tier herantasten.

Wer Spinni mal von nahem sah, braucht sich vor den kleineren Verwandten daheim in Zukunft nicht mehr fürchten.