Auf zu neuen Ufern

Die Musikschule der Stadt Trier schließt eine Lücke im Aus- und Weiterbildungs-Angebot für junge Talente: Zum neuen Schuljahr nimmt die "Musical School Trier" ihre Arbeit auf.

Trier. (DiL) Musicals mit ihrer faszinierenden Kombination von Musik und Darstellung gehören längst zum beliebtesten Betätigungsfeld vieler Schul-Theatergruppen. Die Produktionen zeigen oft bemerkenswerte Begabungen bei den jugendlichen Akteuren.

Aber für die jungen Talente gibt es bislang kaum Möglichkeiten, sich mit professioneller Hilfe weiterzuentwickeln. Wo bei klassischer Musik ein dichtes Fördersystem angeboten wird, wo beim Tanzen und der Schauspielerei auch qualifizierte freie Kompanien zur Verfügung stehen, klaffte beim Musical bislang eine Lücke.

Das wird sich nun für Trier und Umgebung mit der "Musical School" ändern. Die städtische Musikschule, die schon mit ihrer "Jazz and Rock-School" neue Wege erfolgreich beschritten hat, bietet künftig Musical-Interessierten profunde Weiterbildungsmöglichkeiten. Dafür stehen schon die Profis, die Bildungszentrum-Chef Rudolf Hahn und Musikschul-Leiterin Pia Langer ("Wir zielen auf eine ganzheitliche Ausbildung") für ihr neues Projekt gewinnen konnten.

So übernimmt Joachim Mayer-Ullmann die Gesamtleitung der neuen Abteilung, einst Kapellmeister am Trierer Theater, dann jahrelang als Musical-Macher in Berlin tätig, zuletzt als musikalischer Leiter der "Männer"-Revue sehr erfolgreich. Als Dozenten arbeiten Schauspieler und Regisseur Klaus-Michael Nix, die Tanzpädagogin Bernadette Wacht sowie die Gesangslehrerinnen Vera Ilieva und Beatrice Berger - beide in Trier auch schon mit eigenen Musical-Produktionen hervorgetreten.

Ab September soll es losgehen. Angesprochen sind nicht nur Interessenten aus der Stadt Trier, auch im Umland dürfte es Jugendliche geben, die sich in Sachen Musical weiter entwickeln wollen.

"Wir sind stolz auf diese Erweiterung des Angebots", sagt Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink. Es gehe "nicht um eine Konkurrenz zu den Musical-AGs der Schulen, eher im Gegenteil", betont Rudolf Hahn. Man wolle den dort entdeckten Talenten die Möglichkeit "einer semiprofessionellen Weiterbildung" vermitteln. Dabei zielt man, so Joachim Mayer-Ullmann, "sowohl auf Leute, die das als Beruf anstreben, als auch auf solche, die einfach nur Lust haben, ihre Fähigkeiten zu erweitern".

Anmeldung und Infos: Pia Langer, 0651/7181440.

Meinung

Kreativität statt Gejammer

Bei allem, was in der Trierer Kultur gelegentlich kracht und scheppert: Es gibt auch Erfolgsmodelle. Das Bildungszentrum mit VHS und Musikschule ist so eines. Stetiger Ausbau der Angebote, immer mehr Schüler, immer neue "Geschäftsfelder": So geht es also auch, trotz teilweise schwierigster organisatorischer Bedingungen und keineswegs üppiger Ausstattung. Andere jammern, Rudolf Hahn und seine Truppe lassen sich was einfallen. Andere bewegen sich auf Zickzack-Kurs, das Bildungszentrum hat eine klare Linie. Beharrlichkeit, Professionalität und Engagement zahlen sich aus. Ein neues Haus für die Musikschule, ein Großprojekt in Sachen "lebenslanges Lernen", die künftige Musical-Schule: Das Erfolgsmodell geht weiter. d.lintz@volksfreund.de