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Aufbauhilfe für Nationalpark-Gemeinden

Aufbauhilfe für Nationalpark-Gemeinden

Impulse setzen für die Gemeinden rund um den Nationalpark: Dieses Ziel verfolgt der Verein Regionalentwicklung Hunsrück-Hochwald, dem nun auch der Kreis Trier-Saarburg beigetreten ist - trotz Kritik aus der SPD-Fraktion.

Trier. Vom neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald wollen auch die angrenzenden Kreise und Verbandsgemeinden profitieren. Sie erhoffen sich Impulse für eine wirtschaftliche, touristische und infrastrukturelle Entwicklung des Hochwaldraums. Diesen Prozess wollen sie auch mitsteuern - und zwar über den Verein Regionalentwicklung Nationalpark.
Unter dessen Dach soll ein professioneller Regionalmanager ein Konzept für gemeinsame Projekte erarbeiten. Die Verbandsgemeinden (VG) Hermeskeil und Thalfang, in deren Gebiet Teile des Parks liegen, werden dem Verein beitreten, ebenso wie der Kreis Trier-Saarburg. Der Kreistag votierte am Montag mehrheitlich für einen Beitritt - bei sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung.
Die Mitgliedschaft kostet den Kreis jährlich zwischen 2200 und 3600 Euro, je nachdem, ob sich auch die VG Kell am See dem Verein anschließt. Landrat Günther Schartz betonte, dass es sich um eine "Aufbauhilfe" handele. "Gerade in der Anfangsphase ist es wichtig, dass der Kreis hier eine Rolle spielt", sagte Schartz. Das habe man auch bei Organisationen im Tourismusbereich so gehalten. Zudem werde die Notwendigkeit der Mitgliedschaft in fünf Jahren überprüft.
Der 2011 beschlossene Rückzug des Kreises aus den regionalen Touristikverbänden ist aber genau der Grund für Kritik aus der SPD-Fraktion, aus deren Reihen die Gegenstimmen vorwiegend kamen. Der stellvertretende Fraktionschef Wolfgang Schäfer erklärte: "Der Kreis hat sich massiv aus seinen Beteiligungen im Umland zurückgezogen. Es macht keinen Sinn, dass man jetzt wieder einem solchen Verein beitritt."
Bedenken äußerte auch Bernhard Busch (FDP). In seiner Funktion als Bürgermeister der VG Ruwer hatte er in einem Brief an den Landrat auch im Namen seines Keller Amtskollegen Martin Alten gefordert, dass der Kreis im Verein Regionalentwicklung steuernd eingreift. Er müsse sicherstellen, dass die Kreisgebiete, die nicht direkt Teil der Nationalpark-Region sind, bei der Vergabe von Fördermitteln "angemessen berücksichtigt" würden. Ein großer Teil des Geldes werde aus EU-Mitteln über die Lokale Arbeitsgruppe Erbeskopf bereitgestellt, in der auch die VG Ruwer und die VG Kell Mitglied sind. Da schon "die Hälfte" dieser Mittel in die Nationalpark-Region fließe, dürfe diese kein "ungebührliches Gewicht" erhalten. cweb
Extra

Der Kreistag Trier-Saarburg hat die Sanierung der Turnhalle an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Hermeskeil beschlossen. Die Arbeiten werden geschätzt insgesamt 4,6 Millionen Euro kosten. Es sollen alle Decken-, Boden- und Wandbeläge sowie die Haustechnik erneuert, Toiletten und Umkleiden modernisiert sowie Fassade und Dach saniert werden. Die Arbeiten sollen möglichst noch im ersten Quartal starten, laut Kreisverwaltung sind zuvor allerdings noch "fördertechnische Fragen" zu klären. cweb