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Aufbruchstimmung im Xiamen-Garten - Der Winter hat dem Partnerschaftsprojekt in Trier stark zugesetzt.

Städtepartnerschaft : Aufbruchstimmung im Xiamen-Garten

Die wenigen Frosttage des Winters haben dem deutsch-chinesischen Partnerschaftsgarten auf dem Petrisberg heftig zugesetzt. Pflaster und Motivfliesen müssen erneuert werden. Diskussionen gibt es aber auch über einen Trier-Garten in Xiamen.

Aus einiger Entfernung betrachtet entfaltet der Xiamen-Garten auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau einen besonderen Charme. Das Laub an den Bäumen ergrünt und setzt gemeinsam mit dem blauen Himmel einen attraktiven Kontrast zu den rot gebrannten Ton-Kacheln. Von dem Plateau mit den asiatisch anmutenden Windschirmen reicht der Blick über den Petrispark bis zum Turm Luxemburg und der Universität. Doch das Pflaster und auch einige der in den Paravents verbauten Motivfliesen sind stark beschädigt.

„Die Keramikfliesen haben auch in diesem Winter stark gelitten“, bedauert Peter Dietze, Vorsitzender des Vereins Chinesischer Garten. „Wir haben die abgeplatzten Tonscherben aufgekehrt. Es besteht beim Begehen keine Gefahr. Wann wir den Belag allerdings austauschen können, ist derzeit nicht abzusehen.“

Insgesamt 485 000 Euro hat der Partnerschaftsgarten Xiamen-Trier gekostet. Einen Anteil von 285 000 Euro davon hat die Stadt Xiamen übernommen. Die Stadt Trier hat über die Tourismus und Marketing GmBH (Petrispark)  das Grundstück zur Verfügung gestellt. Der Restbetrag und die Pflegekosten werden von dem Trierer Verein übernommen. Der koordiniert nun in Person des ehemaligen Baudezernenten Dietze auch die Reparatur.

Ersatz für kaputte Motivfliesen sei bereits aus China geliefert worden, sagt Dietze. Sie sollen in nächster Zeit ausgetauscht werden. Auch neue Keramikfliesen, die dann auch kalte Wintertage in Deutschland überstehen, seien bereits von der chinesischen Partnerstadt zugesichert worden. „Wegen der Corona-krise sind die aber noch nicht gebrannt worden. Wir warten auf eine Nachricht.“

Wenn die neuen Fliesen da sind, sollen sie aber nicht sofort verbaut werden. „Der Austausch wird uns eine erhebliche Summe kosten, weil auch der Estrich neu gemacht werden muss. Deshalb werden wir zunächst testen, ob die Ersatzfliesen tatsächlich wasserundurchlässig und damit frostsicher sind.“ Wie der Verein die hohen Kosten für die Neuverlegung finanzieren soll, weiß Peter Dietze, der als Präsident der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Trier seit 2014 auch Ehrenbürger der 2,5 Millionen-Einwohner-Stadt  Xiamen ist, noch nicht. Eine konkrete Summe will er allerdings nicht nennen.

Mit Blick auf das zehnjährige Bestehen der Städtepartnerschaft Trier-Xiamen im Oktober rückt allerdings ein weiterer Garten in den Fokus. Im April 2007 hatte die Stadt Trier der chinesischen Partnerstadt die Pläne für einen Trier-Garten vorgelegt. Damit beauftragt worden war nach einem kleinen Wettbewerb mit vier Teilnehmern das Trierer Büro BGHPlan. Den Garten haben die Freunde in Xiamen dann realisiert, ohne noch einmal Rücksprache zu nehmen. Das sei aus Zeitgründen bis zur Eröffnung der Garten-Expo im Oktober 2007 in der Partnerstadt nicht möglich gewesen, zeigt Dietze Verständnis. Was er bei späteren Besuchen allerdings vorfand, bezeichnet er diplomatisch als „erhebliche Abweichung von der Intention des Entwurfs“.

 Die Motivfliesen an den Windschirmen zeigen Impressionen der Partnerstadt Xiamen. Die beschädigten Fliesen werden bald erneuert.
Die Motivfliesen an den Windschirmen zeigen Impressionen der Partnerstadt Xiamen. Die beschädigten Fliesen werden bald erneuert. Foto: Rainer Neubert

Im August 2019 habe sich die Stadt Xiamen nach weiteren Gesprächen zu diesem Thema bereit erklärt, die Um- oder Neugestaltung des Trier-Gartens zu diskutieren. Das sei die Grundlage für weitere Abstimmungen, einen neuen Standort und die durch das Trierer Landschaftsarchitekturbüro überarbeitete Entwurfsplanung gewesen. Dann bremste die Corona-Krise auch dieses Projekt aus. „Wir hoffen nun, gemeinsam mit der Stadt Trier die verbindliche Planung schnell beauftragen zu können.“