Auftrieb fürs Nordbad

Der Ortsbeirat stimmt den Sanierungsplänen der Verwaltung zu - und hat eigene Ideen.

Trier-Nord Instandsetzung und Modernisierung tun not im nördlichen der beiden Freibäder der Stadt. Zu dieser Einsicht sind Verwaltung und Stadtrat schon vor einigen Jahren gelangt. Geld für das teure Vorhaben war allerdings nicht genügend vorhanden, und so wurde der eigentlich schon einmal für 2016 vorgesehene Ausbau zurückgestellt. Jetzt hat sich kurzfristig eine Gelegenheit aufgetan, einen Topf mit Förder-Millionen vom Bund anzuzapfen. "Investitionspaket Soziale Integration im Quartier" nennt sich der erhoffte Heilsbringer. Ein Mehrzweckbecken mit Edelstahlauskleidung, ein separat angedocktes Becken mit Sprungturm, eine 50-Meter-Wasserrutsche und ein neues Planschbecken sollen damit möglich werden.
Die Rechnung sieht folgendermaßen aus: Insgesamt werden für die Bauvorhaben Kosten von rund 4,4 Millionen Euro angesetzt. Wird der Zuschuss bewilligt, übernimmt der Bund davon rund vier Millionen, das Land weitere rund 300 000 Euro. Und schon reduziert sich der von der Stadt aufzubringende Betrag um den Faktor zehn auf rund 445000 Euro. Kleiner Haken bei dieser Kalkulation ist, dass es sich hier um den Idealfall und Netto-Zahlen handelt. Im laufenden Prozess solcher Förderprogramme werden häufig einzelne Teilbereiche nicht anerkannt, und so könnten die Kosten für die Stadt wieder steigen. Trotzdem dürfte sich der Deal aus Trierer Sicht in jedem Fall lohnen. Vorausgesetzt, das Projekt wird zur Förderung bewilligt.
Dafür musste es schnell gehen: Nur bis zum 15. Juni hatten Kommunen Zeit, ihre Anträge bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) einzureichen. Deshalb hat die Stadt Trier in einem Schnellverfahren die bereits aus den Vorjahren vorhandenen Pläne für das Nordbad aus der Schublade gezogen, aktualisiert und eingereicht. Eine Beteiligung von Interessenvertretern in Trier-Nord oder des Schwimmbads gab es bei dieser Entscheidung bislang nicht. Der Ortsbeirat begrüßt daher das schnelle Handeln zugunsten einer Einrichtung im Stadtteil, bittet aber darum, möglichst bald den Planungskreis zu erweitern. Dringend solle auch die Gestaltung des weiteren Umfelds in den Blick genommen werden. Ein Vorschlag zur Verschönerung des Freibads kommt bereits jetzt aus dem Stadtteilgremium: Das Moselufer sollte in die Anlage miteinbezogen werden, beispielsweise als Liegewiese. Über die Reaktivierung eines Schwimmschiffs im Fluss solle ebenfalls nachgedacht werden. Ein solches ankerte hier früher und grenzte ein "Schwimmbecken" in der Mosel ab.
Extra: RAT IN KÜRZE


Uneinigkeit herrscht zwischen Ortsvorsteher Christian Bösen (CDU) und der SPD-Gruppe über die Notwendigkeit einer Sondersitzung zum Thema Zebrastreifen-Rückbau. Die Bürger sollten so viel Information wie möglich erhalten, argumentiert die SPD. Dadurch werde der falsche Eindruck erweckt, man könne in der Kommune entscheiden - in Wirklichkeit handele es sich aber um Weisungen des Bundes, meint Bösen. Der Bau des Spielplatzes an der Karl-Berg-Musikschule verzögert sich weiter. Der Ortsbeirat sieht das Sozial-Dezernat in der Pflicht. Baubeginn für die Umgestaltung des Vorplatzes am Bürgerhaus Trier-Nord soll der 2. Oktober werden. Ein Termin im August ist laut Verwaltung nicht zu halten.