Augenmaß beim Einzelhandel

Ein Gutachten bringt Hetzerather zum Umdenken. Das Ziel: Ein gemeinsames Konzept mit Föhren.

Hetzerath/Salmtal/Föhren Ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis ist wichtiger als stures Beharren auf Maximalforderungen. Der Hetzerather Gemeinderat rudert beim Thema Supermärkte jetzt zurück und macht so den Weg frei für ein gemeinsames Einzehandelskonzept mit Föhren. Ein neuer Rewe-Markt mit 1550 Quadratmeter Verkaufsfläche in Föhren, die Möglichkeit der Erweiterung des Norma-Marktes in Hetzerath von derzeit 800 auf maximal 1200 Quadratmeter: Das ist laut neuestem Kaufkraft-Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) die Obergrenze für ein verträgliches Miteinander - nicht nur für die beiden genannten Standorte, sondern vor allem auch für die bestehenden Einzelhandels-Angebote in Schweich und Salmtal.
Wie berichtet, hatte die Gemeinde Hetzerath zunächst auf Gleichbehandlung mit Föhren gepocht und analog zu den dortigen Rewe-Plänen für den eigenen Norma ebenfalls 1550 Quadratmeter Verkaufsfläche gefordert. Das jedoch würde laut Kaufkraft-Gutachten zu einem Verdrängungswettbewerb im Grundversorgungszentrum Salmtal führen, was auch aus Hetzerather Sicht wenig wünschenswert wäre, wie Ortsbürgermeister Werner Monzel und die Gemeinderäte betonten. Um sich für die Zukunft alle Optionen offen zu halten, streben die Hetzerather jetzt eine Art Stillhalte-Abkommen an: Im Fall eines weiteren Bevölkerungs- und damit Kaufkraftwachstums im Einzugsgebiet der bestehenden Ladengeschäfte sollen sich die Föhrener einer nachträglichen Erweiterung des Norma-Marktes auf dann ebenfalls 1550 Quadratmeter nicht verschließen.