Augenzeuge mit Kamera

TRIER. (rm.) Die Fotos auf dieser Seite schoss Theodor Konrad Kempf nach dem Bombardement vor 60 Jahren. Der Bistumsarchäologe arbeitete am 14. August 1944 im Rudolphinum, dem 1929/30 unter Bischof Bornewasser errichteten Seminargebäude zur Priesterausbildung, das heute die Katholische Akademie (Robert-Schuman-Haus) beherbergt.

Dort, oberhalb der Palliener Römerstraße, wurde Kempf Augenzeuge des Bombardements. Den erschütternden Anblick hielt der promovierte Theologe und Priester mit der Kamera fest, auf Farbdias. Dann eilte er direkt in die Altstadt und fotografierte die schwerst getroffene Domstadt, zeitweilig unter lebensgefährlichen Bedingungen. So entstand eine Serie einzigartiger Zeit- und Bilddokumente, von denen der Trierische Volksfreund mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums an dieser Stelle drei veröffentlicht. Bistumsarchäologe Kempf, von 1952 bis 1984 Chef des Bischöflichen Museums, starb vor wenigen Wochen 90-jährig in Miltenberg/Main.