Aus aller Herren Länder

TRIER. Tage der Begegnung, Fest der Kulturen: Vom 10. bis zum 15. August sind als Vorbereitung auf den Weltjugendtag Besucher aus aller Welt zu Gast in den Dekanaten, Pfarreien und Familien der Region Trier.

Zwischen der sozialistischen Internationalen und der katholischen Kirche liegen meist Welten - manchmal aber auch nur Kleinigkeiten bei der Auswahl von (Haut-)Farben für ein Lied. "Schwarzer, Weißer, Brauner, Gelber, endet eure Schlächterein", heißt es im "Solidaritätslied"; "Schwarze, Weiße, Rote, Gelbe, Gott hat sie alle lieb", heißt es hingegen in einem modernen Kirchenlied. Aber egal welche Zusammensetzung, egal welche Reihenfolge - zum 20. Weltjugendtag in Köln jedenfalls werden alle da sein. Schwarze, Weiße, Braune, Gelbe, Rote. Und nicht nur Köln wird zum Begegnungspunkt für ein großes Fest der Kulturen, sondern auch jedes einzelne Bistum. Zwischen 16 und 30 Jahre alte Gäste aus mehr als 160 Ländern kommen vor dem eigentlichen Weltjugendtag in Köln (16. bis 21. August) zu den "Tagen der Begegnung" (10. bis 15. August), insgesamt 150 000 in alle Diözesen Deutschlands. Knapp 10 000 davon verbringen die Weltjugendtags-Einstimmung im Bistum Trier, nach derzeitigem Stand zirka 900 davon in den Dekanaten Trier, Konz-Saarburg, Hermeskeil-Waldrach und Schweich-Welschbillig. Aus elf verschiedenen Ländern kommen die Jugendlichen, die bei Familien in Trier und in der Region untergebracht sind. Da sind dabei die Jugendlichen aus italienischen und französischen Diözesen, denen erstens das ganze Spektakel vielleicht schon bekannt vorkommt, weil sie entweder bereits auf dem vergangenen Weltjugendtag in Toronto 2002 waren oder eines der vielen Ereignisse der jüngeren Vergangenheit in Rom miterlebt haben. Für sie ist zweitens der Weg hierher ein Katzensprung - entsprechend viele haben sich auch angemeldet. Aber dabei sind auch Jugendliche aus exotischeren Ländern. Es kommen 17 junge Frauen aus Kroatien; es kommen mehrere Dutzend Jugendliche aus Ruanda; und es kommt sogar eine mehr als 50 Personen starke Pilgergruppe aus Cayenne, der Hauptstadt von Französisch-Guyana, die also schon eine mehrere tausend Kilometer andauernde Anreise hat. Dazu Inder und Amerikaner, Bolivianer und Mexikaner, Ukrainer und Briten. Die genaue Zahl an Gästen steht noch nicht fest. "Fast täglich ändert sich das", berichten die Verantwortlichen aus dem Weltjugendtagsbüro in Trier. Und deswegen wissen die Familien auch noch nicht, wer genau zu ihnen kommt. Das erfahren sie erst am Ankunftstag, dem 10. August. Vorherige Kontaktaufnahme ist also nicht möglich. Andere Kulturen, Lebensweisen und Formen des religiösen Lebens kennen lernen - unter diesen Aspekten stehen der Weltjugendtag und die Tage der Begegnung für die Jugendlichen aus den weiter entfernt liegenden Herkunftsländern. "Für die Jugendlichen aus diesen Ländern spielt das Religiöse eine andere Rolle als für deutsche Jugendlichen", sagt Katja Bruch, Pastoralassistentin in Trier. Weiterer BerichtS. 10

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