Aus Bürgermeisterei wird Seniorenzentrum

Aus Bürgermeisterei wird Seniorenzentrum

Jahrelang stand das einst stattliche Gebäude in Ehrangs Niederstraße leer, und es gab Diskussionen über Abriss oder Sanierung. Die Stadt hat das Haus an den Friseur-Filialisten Theo Thonet verkauft. Nach der Sanierung will der Club Aktiv eine Tages- und Kurzzeitpflege einrichten.

Trier-Ehrang. Nach jahrelangem Dornröschenschlaf steht dem Gebäude mit der Hausnummer 145 das Wachküssen kurz bevor. Vor Jahren forderte die CDU im Ehranger Ortsbeirat noch den Abriss des Barockbaus und sprach von einer "Zumutung" beim Anblick des Hauses. Der einstimigen Forderung des Ortsbeirats nach dem Abriss, die dem folgte, widersprach jedoch das Landesamt für Denkmalschutz. Es befürwortete den Erhalt des Hauses und war damit auch anderer Meinung als die Stadt Trier.
Ein Investor, der das Gebäude schon vor drei Jahren kaufen wollte, sprang wieder ab. Seitdem verfiel das dreistöckige Haus zusehens.
Mit Theo Thonet hat nun ein geborener Ehranger das sanierungsbedürftige Gebäude erworben. "Ich habe eine wunderschöne Kindheit in Ehrang verbracht und will so dem Ort etwas zurückgeben", sagt Thonet, der auch in Zurlauben als Investor agiert.
Seniorenwohnungen im Ortskern


Durch den Verkauf sei der Stadt nicht nur ein Stern vom Herzen gefallen, sondern vermutlich "eher ein Hinkelstein", sagt Thonet scherzhaft. Er spricht von einem "fairen" Kaufpreis, ohne die Kaufsumme genauer zu beziffern. In Zusammenarbeit mit den städtischen Fachämtern sei unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange auch ein Sanierungs- und Umnutzungskonzept erarbeitet worden, bestätigt das Presseamt der Stadt Trier. Dieses Konzept sei Grundlage des Modernisierungs- und Kaufvertrages. "Die Nutzungskonzeption sieht auf zwei Etagen eine Tagespflege für Senioren und im Dachgeschoss drei seniorengerechte Wohneinheiten vor", sagt Dieter Jacobs vom Presseamt.
Der Bauantrag ist bereits gestellt. Theo Thonet will "so schnell wie möglich" mit dem Umbau beginnen und nennt Ostern 2013 als mögliches Datum der Fertigstellung. Das Gebäude muss bis dahin komplett saniert werden. Dabei sollen beispielsweise alte Türen unter denkmalpflegerischen Kriterien restauriert und auch die urprünglichen Fenster "zum Vorschein" gebracht werden. "Es wird ein Schmuckstück für Ehrang werden", verspricht Thonet. Um auf die Belange alter oder behinderter Menschen einzugehen, wird auf der Rückseite des Gebäudes ein Aufzug gebaut, der den Zugang zu allen drei Stockwerken vorsieht.
Betreiber des Zentrums für Tages- und Kurzzeitpflege wird der Club Aktiv. In Anbetracht vermehrter Leerstände im Ehranger Ortskern ist Ortsvorsteher Günther Merzkirch mit den Plänen für das Hauses Niederstraße 145 sehr zufrieden. Er sieht in seinem Stadtteil einen großen Bedarf an Betreuungsplätzen für Senioren und hofft auch auf eine Belebung im Ort, in dem sich das Bürgerhaus, der geplante Kindergarten-neubau und das Seniorenbetreuungszentrum generationsübergreifend ergänzen könnten.