Aus der Not eine Tugend gemacht
Hilfe bei Kinderbetreuung, Altenpflege und im Haushalt: Frauen aus der Region haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Sie wollen in einer Art Zeitarbeits-Vermittlung soziale Dienstleistungen anbieten.
Trier. (cju) Babysitter, Tagesmütter, eine Haushaltshilfe, Seniorenbetreuung: Die Liste der benötigten Hilfeleistungen einer jungen Familie kann lang sein. Doch an wen wendet man sich? Oftmals treten "Notsituationen" auf, zum Beispiel, wenn die Mutter krank wird. Wer kümmert sich zum Beispiel um die Kinder, während der Ehemann arbeiten geht?
Hier schafft das Netzwerk der Familien-Personal-Agentur von Sabine Rüter aus Mertesdorf Abhilfe. Sie vermittelt kurzfristig kompetente Hilfe für solche Situationen. Aus ihrer eigenen Erfahrung als fünffache Mutter weiß Sabine Rüter, dass in Familien oftmals "Not am Mann" herrscht. Die Idee zur Familien-Personal-Agentur entstand vor rund drei Jahren aus einem "Oma-Leih-Service" heraus, den Sabine Rüter ehrenamtlich in Mertesdorf gegründet hat. Ältere Damen konnten sich dabei ehrenamtlich melden, Kinderbetreuung zu übernehmen. Das Konzept der Familien-Personal-Agentur ist ähnlich - wenn auch nicht mehr ehrenamtlich.
In einer Kartei nimmt Sabine Rüter Frauen auf, die sich zum Beispiel dafür interessieren, als Tagesmutter zu arbeiten. Persönliche Daten, den beruflichen Werdegang, Referenzen und ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt Rüter dafür. Das Angestelltenverhältnis läuft auf 400-Euro-Basis. Die Frauen müssen ein Gewerbe anmelden und ihre Arbeit selbst in Rechnung stellen.
Sabine Rüter fungiert als Vermittlerin. Auch für Suchende. Bei Bedarf können sich Familien an sie wenden, und die Diplom-Kauffrau wählt aus ihrer Kartei die passende Betreuungsperson aus und arrangiert ein Kennenlerngespräch.
"Der Bedarf an Tagesmüttern ist hoch", weiß auch Elke Bockius. Die Triererin ist ebenfalls in Sabine Rüters Kartei. Über eine Anzeige ist die dreifache Mutter auf die Agentur aufmerksam geworden.
Bockius greift auf einen großen Erfahrungsschatz zurück. Sie hat 21 Jahre als Krankenschwester gearbeitet, acht Jahre lang Grundschüler betreut und über zwei Jahre über das Jugendamt als Tagesmutter gearbeitet.
Mittlerweile betreibt Elke Bockius Selbstmarketing, arbeitet eigenständig. Mit eigenen Handzetteln wirbt sie für ihre Arbeit. "Die Hustenfee" nennt sich Elke Bockius, bietet Betreuung rund um das kranke Kind. Aber noch immer steht sie in Kontakt mit Sabine Rüter. Sie tauschen sich als zwei unabhängige Seiten untereinander aus, vermitteln auch gegenseitig. Sozusagen als Netzwerk im Netzwerk.
Im Internet unter www.fampa.info.