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Aus deutsch-österreichischer Freundschaft wurde Ernst

Aus deutsch-österreichischer Freundschaft wurde Ernst

Im Kreis der Familienangehörigen, Verwandten, Bekannten und Freunden feierten Karl und Charlotte Ludwig geb. Engl aus Welschbillig das besondere Ereignis der eisernen Hochzeit; 65 Jahre waren also vergangen, als sich das Ehepaar das Ja-Wort im April 1944 in Bad Ischl, der Kaiserstadt im Herzen des Salzkammerguts in Österreich, gab und eisern zusammen gehalten hat.

Welschbillig. (pem) "65" - diese Zahl muss man sich zu diesem Jubiläum einmal auf der Zunge zergehen lassen. Das Jubelpaar hat in den meisten Fällen mit etwa 20 und 25 Jahren geheiratet und ist somit zum Zeitpunkt der eisernen Hochzeit in einem Alter zwischen 85 und 90 Jahren. Das ist ein ganzes Menschenleben. Dieses Ziel hat das Ehepaar Karl (86) und Carlotte Ludwig (83) jetzt erreicht. Ein besonderer Grund zum Feiern.

"Wenn es dir ernst ist, dann herzlich willkommen!"



Die Jubilarin erinnert sich am 65. Hochzeitstag: "Ich habe meinen Mann Karl, der aus Weidingen im Altkreis Bitburg stammt, 1943 in St. Wolfgang, wo ich als Lazarett-Helferin angestellt war, kennen und lieben gelernt. Er war auf der Marineschule in Ausbildung." Und weil es schnell "gefunkt" hatte, wurde am 8. April 1944 mitten in den Kriegswirren geheirat.

"Als ich meinen Karl das erste Mal mit nach Hause nahm, um ihn vorzustellen, stellte mein Vater sofort klar: ‚Wenn du mit meiner Lotte schmusen willst, dann nimm dein Gepäck und geh', aber wenn es dir ernst ist, dann herzlich willkommen!' Und weil es ernst war, feiern wir heute die eiserne Hochzeit", blickt die Jubilarin gerne zurück an die Zeit des Kennenlernens.

Im Jahr 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, zog das frisch vermälte Ehepaar zu den Eltern in den Heimatort des Jubilars nach Weidingen. Nach seinem Dienst beim deutschen Zoll und der Pensionierung 1981 zog das Jubelpaar "in die Nähe von Tochter Anita" nach Welschbillig, wo es jetzt seinen Lebensabend verbringt.

Der Beigeordnete des Kreises Trier-Saarburg, Helmut Reis, bereits zu den Gratulanten bei der diamantenen Hochzeit gehörend, als Vertreter des Landrates Günther Schartz, überbrachte auch die Grüße von Ministerpräsident Kurt Beck aus der Landeshauptstadt. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land, Wolfgang Reiland, und Ortsbürgermeister Helmut Becker schlossen sich den vielen Glückwünschen an und versprachen mit Blick auf das Jubelpaar: "Gerne kommen wir in fünf Jahren wieder, wenn sie uns zur Gnaden- oder Kupferhochzeit einladen. Welche wunderbare, reich erfüllte Zeit: 65 Jahre der Gemeinsamkeit! Möge euch das Leben nun auch weiterhin Gesundheit, Glück und Freude geben, Mut und leuchtenden Sinn!"