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Integration: Aus Erfahrung heraus Familien stärken

Integration : Aus Erfahrung heraus Familien stärken

Ein neues Projekt der Diakonie und der Nikolaus Koch Stiftung soll Familien mit Migrationshintergrund bei der Integration helfen.

Sie unterstützen und begleiten Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund – die Bildungs- und Integrationslotsinnen, die im Auftrag des Diakonischen Werkes künftig in Trier unterwegs sein werden.

Den Kindern und Jugendlichen dabei bessere Bildungschancen zu vermitteln, die Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung sowie die ganze Familie in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken – das ist das Ziel des neuen Projektes „MABIL – Migrantinnen als Bildungs- und Integrationslotsinnen“, welches auf Initiative der Nikolaus Koch Stiftung gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Trier ins Leben gerufen wurde. Die Nikolaus Koch Stiftung finanziert dabei das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren – das Diakonische Werk setzt seine operativen Fachkompetenzen ein.

„Wir wollen auf Anregung und mit finanzieller Unterstützung der Nikolaus Koch Stiftung die Ressourcen von Menschen mit Fluchthintergrund stärken und damit eine gelingende Integration fördern. Das nützt den zu uns gekommenen Menschen und auch uns als vielfältige demokratische Gesellschaft“, so Carsten Stumpenhorst, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, zum Start des Projektes. Teilhabechancen zu verbessern sei eine essenzielle Voraussetzung für Integration.

Für das Projekt werden Frauen gesucht, die sich als Bildungs- und Integrationslotsinnen engagieren wollen, dabei selbst einen Migrationshintergrund mitbringen und aus dieser eigenen Erfahrung heraus wissen, wie wichtig Unterstützung und Information ist. Gute Deutschkenntnisse sind dabei Voraussetzung. Interessierte absolvieren vor ihrem Einsatz zunächst eine kompakte Schulung durch das Diakonische Werk – das auch über die Schulung hinaus die Bildungs- und Integrationslotsinnen weiter fortbildet und begleitet. Ihre Einsätze bekommen die Lotsinnen vergütet.

Die Aufgaben der Bildungs- und Integrationslotsinnen sind dabei vielfältig: Sie besuchen die Familien zu Hause, stehen als Ansprechpartnerinnen bei Fragen zu Erziehung wie auch zum Leben in Trier zur Verfügung und fördern die Sprachfähigkeit von Kindern und Eltern unter anderem durch das Vermitteln von Deutschkursen. Sie informieren über Bildungs- und Erziehungsangebote in der Stadt und insbesondere über die Angebote der Kindertagesstätten und das Trierer Schulsystem und geben Hilfestellung bei Behördenangelegenheiten.

Andrea Kockler, die für das Projekt zuständige Koordinatorin des Diakonischen Werkes, beschreibt die Aufgabe der Lotsinnen so:

„Die Bildungs- und Integrationslotsinnen sind Expertinnen auf Augenhöhe. Sie vermitteln nicht nur Wissen über Bildung und Schulformen, sondern sie stärken die Familien auf dem Weg, ihren Platz in Trier zu finden.“

Der Hintergrund: Studien belegen, dass nach wie vor die soziale Herkunft von Kindern in Deutschland in hohem Maß über deren Bildungserfolg entscheidet, Deutschland schneidet dabei in Blick auf die Bildungsgerechtigkeit im Vergleich zu anderen Ländern schlecht ab. Das betrifft insbesondere Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien, die noch schlechtere Chancen im Bildungssystem haben als andere. Schwellenängste und Sprachprobleme spielen hierbei unter anderem eine bedeutende Rolle. Vor diesem Hintergrund startete die Nikolaus Koch Stiftung im November letzten Jahres eine Projektausschreibung. Das Diakonische Werk erhielt vom Stiftungsvorstand auf Basis eines Juryvotums den Zuschlag für die 3-Jahres-Förderung des Projekts „MABIL – Migrantinnen als Bildungs- und Integrationslotsinnen“. Mittelgeber und operativer Träger verfolgen im Sinne der Bildungsgerechtigkeit damit das Ziel, bessere Bildungschancen für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien zu schaffen und Familien zu stärken.

Wer Interesse an dem Projekt „MABIL – Migrantinnen als Bildungs- und Integrationslotsinnen“ hat oder dieses unterstützen möchte, kann sich an Andrea Kockler beim Diakonischen Werk wenden unter Telefon 0651-2090084 oder E-Mail: kockler@diakoniehilft.de