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Aus Freundschaft wird große Liebe

Aus Freundschaft wird große Liebe

Viele Paare schwören sich die ewige Liebe. Herta und Erich Lonquich haben dieses Versprechen bis heute gehalten. Vor 65 Jahren gaben sich die Eheleute das Jawort in einer Notkapelle in Trier-Feyen. Heute feiern sie ihr Ehejubiläum im Kreise der Familie.

Sie kannten sich aus der Nachbarschaft und spielten zusammen auf der Straße Völkerball. "Wir Kinder haben ständig auf der Straße gespielt, damals fuhren hier noch keine Autos", sagt Herta Lonquich. Aus Freundschaft wurde später Liebe. Es war der 22. Februar 1951, als Erich seine Herta zur Notkapelle in Trier-Feyen/Weismark führt. Sie heirateten damals in einem kleinen Holzhaus, denn auf die Fertigstellung der St.-Nikolaus-Kirche wollten die beiden Verliebten nicht warten.

Nach ihrer Hochzeit zogen die beiden in das Haus von Erichs Großeltern auf der Weismark. Bis heute sind sie in der Siedlung geblieben. Der gelernte Verputzer sorgte für den Lebensunterhalt, während Herta sich um die Kinder kümmerte und viel Zeit im hauseigenen Garten verbrachte. "Wir hatten 100 Hühner, 30 Hasen, mehrere Gänse und zwei Hunde. Da war immer einiges los", erzählt die Ehefrau. Sie machte eine Lehre als Schuhverkäuferin, doch nach der Geburt ihrer ältesten Tochter blieb dafür keine Zeit mehr.

Nun blicken Herta und Erich auf 65 gemeinsame Jahre zurück. Zu diesem ganz besonderen Jubiläum gratulieren ihnen ihre zehn Kinder, 24 Enkel und 17 Urenkel. Um stets einen Überblick über ihre Nachkommen zu haben, führt Herta ein Buch mit sämtlichen Geburtsurkunden. Unter den zehn Kindern sind neun Frauen und ein einziger Mann. "Mir war immer egal, was es war. Hauptsache, sie waren gesund", verrät die 87-Jährige.Feier im kleinen Kreis


Gefeiert wird mit Sekt und verschiedenen Kuchensorten im kleinen Kreis am Irscher Hof, dem Haus der Eheleute. Der einzige Sohn, Otto Lonquich, sagt: "Es ist unmöglich, mit so vielen Leuten hier zu feiern. Dafür sind wir einfach viel zu viele."

Trotz ihrer 87 Jahre kocht Ehefrau Herta noch jeden Tag für ihren gleichaltrigen Mann und pflegt ihn mithilfe ihrer beiden Töchter Hannelore und Christine.

Zusammen mit Ortsvorsteher Rainer Lehnart überbringt Oberbürgermeister Wolfram Leibe einen Brief der Ministerpräsidentin und die Urkunde des Stadtvorstands. Er gratuliert den Eheleuten zu diesem besonderen Jubiläum: "Kompliment an die ganze Familie. Das schafft man nur zusammen." Auf die Frage, was sie jungen Paaren raten würde, reagiert Herta Lonquich so: "Man muss zusammenhalten und darf einander niemals hängen lassen." Sie schaut ihren Mann an und fragt ihn: "Wir bleiben noch ein paar Jahre zusammen, gell?" Er antwortet darauf mit einem entschlossenen Nicken. mde