Aus für Moselsteg: Grüne fordern Aufklärung

Aus für Moselsteg: Grüne fordern Aufklärung

Die Trierer Grünen ärgern sich über die Änderung bei der Bebauung des Geländes Castel Feuvrier an der Zurmaiener Straße. Sie wollen wissen, ob der Stadt bewusst war, dass der Investor den versprochenen Moselsteg offenbar nie ernsthaft bauen wollte.

Trier. Die Trierer Grünen erwarten von der Stadtverwaltung Aufklärung über die Änderungen an der geplanten Bebauung des Geländes Castel Feuvrier. Der Investor hatte angekündigt, mit einem Flaniersteg auf der Mosel das Ufergelände aufwerten zu wollen. Angeblich wegen Bedenken der zuständigen Wasserbehörden hat der Investor diese Pläne allerdings aufgegeben. Tatsächlich wäre ein Steg rechtlich machbar, allerdings technisch sehr aufwendig und damit teuer, wie der Trierische Volksfreund aufdeckte.
Auch bei der Zahl der Häuser, die auf dem Gelände entstehen sollen, weichen die aktuellen Pläne von der Entwurfsplanung des Trierer Architekten Manfred Müller ab: Statt neun entstehen elf Mehrfamilienhäuser im Inneren des Areals zwischen Peter-Lambert-Straße und Cusanus-Studentenwohnheim an der Zurmaiener Straße.
Heinrich: Zum Nachteil verändert


Die grüne Stadtratsfraktion kritisiert die Änderungen: "Was ursprünglich als Glanzpunkt des Projekts ,Stadt am Fluss\' verkauft wurde, verkommt zunehmend zu einem reinen, unattraktiven Investorenprojekt. Denn der Moselsteg fällt weg, die Anzahl der Gebäude nimmt zu, die städtebauliche Kontur entlang der Zurmaiener Straße wurde stark zum Nachteil verändert", schimpft Dominik Heinrich, Architekt, Beisitzer im städtischen Architektur- und Städtebaubeirat und Mitglied der grünen Stadtratsfraktion.
Dass der Investor, die Porta Nova GmbH, im Wettbewerb um den Kauf des Geländes unter dem Deckmäntelchen der Immobiliengesellschaft Rheinland-Pfalz aufgetreten war, ärgert die Grünen ebenfalls: "Für die Entscheidung zugunsten dieser Planung war es ein wesentlicher Aspekt, dass es sich bei dem Investor um die als seriös geltende IRP handelt. Verbunden damit war die Hoffnung, dass ein solventer und glaubwürdiger Investor die Umsetzung der guten Entwurfsplanung garantiert. Nun stellen wir aber fest, dass die Hoffnung trügerisch war", erklärt Heinrich.
Dass die Porta Nova GmbH den Moselsteg unter der Angabe falscher Gründe aufgibt, sei ein respektloser Umgang des Investors mit den Bürgern, moniert auch Anja Reinermann-Matatko, Vorsitzende der Grünen im Stadtrat.
Sitzung am morgigen Mittwoch


Die Fraktion verlangt deshalb von Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani in der nächsten Ausschusssitzung am 5. Juni Aufklärung. Unter anderem interessiert die Kommunalpolitiker, ob die Stadtverwaltung wusste, "dass der Moselsteg nicht an Genehmigungsfragen scheitert, sondern an dem Wunsch nach Gewinnmaximierung des Investors" und ob noch weitere Änderungen der Planungen absehbar sind. woc

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