Aus zwei mach eins: Sauergemeinden fusionieren

Aus zwei mach eins: Sauergemeinden fusionieren

Was diesseits der Sauer für viele Menschen undenkbar scheint, wird jenseits der Grenze in absehbarer Zeit Realität. Eine große Mehrheit der Wähler in den Gemeinden Mompach und Rosport hat sich für eine Fusion der Gemeinden entschieden.

Rosport/Langsur. Die "Gemeng" wird größer. Zum 1. August 2018 entsteht Rosport-Mompach. Möglich gemacht haben das die Wahlberechtigten aus den Gemeinden, die bei einer Abstimmung mehrheitlich für den Zusammenschluss gestimmt haben. In Rosport waren rund 80 Prozent der Einwohner dafür, in Mompach waren es laut Tageblatt rund 65 Prozent.
Die Entscheidung in Luxemburg hat auch Auswirkungen auf deutsche Gemeinden. Denn Langsur und Ralingen haben seit vielen Jahren enge Verbindungen mit den Gemeinden jenseits der Sauer. Ralingen und Rosport arbeiten beispielsweise in einem Zweckverband zusammen, der sich unter anderem um den Spielplatz in Rosport kümmert und der eine neue Fußgänger- und Radbrücke bei Ralingen-Wintersdorf errichten will (der TV berichtete). Das Feuerwehrauto von Langsur-Metzdorf ist in Rosport-Hinkel untergebracht. Das Abwasser aus Metzdorf wird in Mompach-Moersdorf geklärt.
Die Verwaltung der neuen Gemeinde wird im Tudor-Schloss in Rosport sein, wo bereits heute die Gemeindeverwaltung untergebracht ist. Insgesamt 14 Ortsteile hat die neue Verwaltungseinheit. Dort leben aktuell rund 3500 Menschen. Im kommenden Jahr werden die aktuell rund 1280 Mompacher und die aktuell rund 2220 Rosporter einen Übergangsgemeinderat wählen, dem sieben Rosporter und sechs Mompacher angehören werden.
Größere Eigenständigkeit



Luxemburgische Gemeinden besitzen mehr Kompetenzen als ihre Partner auf deutscher Seite. So sind sie unter anderem zuständig für die lokale Schulorganisation, kommunale Verkehrsregelungen, lokale Verordnungen und Bauangelegenheiten. Die jeweiligen Bürgermeister werden nicht direkt gewählt, sondern von den Gemeinderatsmitgliedern. Derzeit gibt es 105 Gemeinden im Großherzogtum, deren Zahl aufgrund von freiwilligen Fusionen abnimmt.
Auch die Gemeinde Mertert-Wasserbillig sollte mit Mompach fusionieren. Doch dieser Zusammenschluss kam am Ende doch nicht zustande. Gleiches gilt beispielsweise für die Fusion der Gemeinden Koerich und Simmern nahe Luxemburg-Stadt. Dort machten die Wähler nicht mit und erteilten der Zusammenarbeit eine Absage. red/har