Ausblick auf die Heimatstadt

In Ruhe entspannen und da sein, wo das Leben in Trier pulsiert. Für die TV-Serie "Mein Zuhause" erzählt Gabriele Hahn, Inhaberin der Kneipe "Zum rostijen Haoken" und Gründerin des kleinen Volkstheaters, von ihren Lieblingsorten in der Stadt.

Trier ist für mich der Mittelpunkt von Deutschland. Ich liebe unseren Viez, unseren Wein, das gute Trierer Essen. Die Stadt ist nicht so groß, alles ist gut beisammen. Dadurch ist man immer bei allem dabei. Ich war schon viel in der Welt und kann nur sagen: Die Römer sind nicht umsonst in Trier hängengeblieben. Die Mosel und die Weinberge, ich kann gar nicht ausdrücken, wie schön die Stadt ist.

Egal, wo man sich in Trier aufhält, es gibt - wie die Trierer sagen - Millionen schöner Plätze. Ich selbst sitze gerne unter dem Marktkreuz. Ich liebe es, diesen hektischen Ort zu beobachten mit den Verkäufern, die schreiend ihre Waren feilbieten und so auf sich aufmerksam machen. Und natürlich auch die vielen Touristen, die durch die Stadt laufen und staunend die Sehenswürdigkeiten betrachten.

Leider komme ich nicht so häufig dazu, meine Zeit dort zu verbringen. Meistens bin ich die ganze Woche stark eingespannt.

Aber montags, wenn in meiner Kneipe Ruhetag ist, gönne ich mir immer mit meiner Freundin eine Auszeit. Zuerst gehen wir in den Außenbereich des Hotels Blesius Garten und genießen die Ruhe. Dort kann ich wunderbar entspannen. Danach setzen wir uns an das Marktkreuz mitten in die Stadt und freuen uns, dass die Leute sich so wohlfühlen. Ich lasse dann alles auf mich einwirken.

Ich glaube, die Marktfrauen kennen mich dort schon. Unheimlich oft werde ich auch angesprochen. Aber dass die Leute mich kennen, ist schon schön. Manche rufen mir auf der Straße "Röschen" zu. Das ist eine Figur, die ich im kleinen Volkstheater gespielt habe.

Für mich ist es besonders wichtig, dass hier jeder jeden kennt. Man kann in die Welt fahren und trifft überall einen Trierer. Sogar in Miami bin ich schon auf Leute aus Trier gestoßen. Aber es zieht sie und mich immer wieder zurück in die Heimat. Ich kann mir nicht vorstellen, von hier wegzugehen. Vielleicht mal für eine Zeit, aber ich würde immer wieder zurückkommen.

Eigentlich war ich auch bisher immer in Trier. Ich bin auf dem Zuckerberg geboren und fühle mich mit der Stadt mehr als verbunden. Das Schöne an Trier ist auch das Trierer Platt. Man kann es hier so wunderbar schwätzen, und die Leute verlangen das sogar.

Wenn Gäste dann zu mir zu Besuch kommen, zeige ich ihnen auf jeden Fall immer den Hauptmarkt mit dem Marktkreuz. Denn der Marktplatz ist für die meisten Trierer die eigentliche Stadt. Wenn sie sagen, sie gehen in die Stadt, dann meinen sie diesen Ort. Denn dort pulsiert die Stadt richtig. Da merke ich, dass Trier so wunderbar lebt und dass alles so ist, wie es immer war. Da bin ich mitten drin im Trierer Leben.

Aufgezeichnet von Hannah Schmitt