AUSLESE : Werbestrategen sind gefordert

Axel Dahm spricht mir aus der Seele: „Bier wird leider zu oft deutlich unter Wert veräußert. Denn exzellentes Bier hat es als großartiges Kulturgut und handwerkliches Spitzenprodukt nicht verdient, im Handel als Lockmittel zu angemessenen Aktionspreisen vermarktet zu werden“, sagt der Sprecher der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe.

Hintergrund ist der Rückgang beim Bierkonsum der Deutschen (TV vom 2. Februar). Beim Wein ist die Lage, vergangenen Woche konnten Sie es an dieser Stelle lesen, seit Jahren mit kleinen Schwankungen stabil — ob sie richtig gut ist, ist  eine andere Frage. Nach oben geht bekanntlich auch immer etwas.

Die Worte von Axel Dahm über den Gerstensaft gelten aber Buchstabe für Buchstabe auch für den Wein: großartiges Kulturgut, handwerkliches Spitzenprodukt und so weiter. Ohne Schleichwerbung machen zu wollen: Bitburger Bier ist ein Spitzenprodukt. Das erkennt man schon daran, dass es in ganz Deutschland verbreitet ist – auch in der Spitzengastronomie. Aber von selbst wird es sich auch nicht verkaufen. Die Werbestrategen werden jeden Tag gefordert sein.

Moselwein ist auch ein Spitzenerzeugnis – bekannt und gefragt im ganzen Land und darüber hinaus. Bei manchen Winzern ist der Absatz ein Selbstläufer, aber längst nicht bei allen. Als Lockmittel im Handel muss der Wein sicher auch herhalten.

Ich werde bei meiner Meinung bleiben: Jeder Winzer, so er nicht Mitglied einer Genossenschaft ist oder Vertragsweinbau betreibt, müsste seinen Wein in der Flasche vermarkten können. Es ist nicht so, und es wird auch nicht so kommen.

Über die Bindung zum Kunden könnte aber unter anderem bei der Preisgestaltung was getan werden. Leute, die wissen, mit welchem Aufwand der hiesige Wein produziert wird, sind bereit, auch mehr dafür zu bezahlen.