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Ausnahmezustand in der Sturmnacht im Kreis Trier-Saarburg

Ausnahmezustand in der Sturmnacht im Kreis Trier-Saarburg

Sturmtief Egon hat in der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg viele Einsätze der Polizei und der Feuerwehr ausgelöst. Straßen mussten in der Nacht zum Freitag gesperrt werden, da der Sturm Bäume umgerissen hatte. Schnee in den Höhenlagen verschärfte die Lage.

 Sturmtief Egon riss in der Nacht zum Freitag viele Bäume um. Die auf der Fahrbahn liegenden Stämme waren das Hauptproblem der Einsatzkräfte in Stadt und Kreis. TV-Foto: Agentur Siko
Sturmtief Egon riss in der Nacht zum Freitag viele Bäume um. Die auf der Fahrbahn liegenden Stämme waren das Hauptproblem der Einsatzkräfte in Stadt und Kreis. TV-Foto: Agentur Siko

Trier. Noch bis Anfang kommender Woche wird es nach Ansicht von Peter Hinkes (Straßenmeisterei Trier) dauern, bis alle Spuren des Sturms rund um Trier beseitigt sein werden. "Vorsorglich hatten wir einige Kreisstraßen schon am Donnerstagabend gesperrt." Denn es sei zu gefährlich gewesen, während des Sturms in den Waldgebieten zu arbeiten.

Stadt Trier: Das Stadtgebiet ist von den Auswirkungen des Sturms nur leicht betroffen, meldeten die Leitstellen der Polizei und der Feuerwehr Trier. Sieben Bäume stürzten um und mussten beseitigt werden, ein Dach wurde abgedeckt, außerdem riss der Wind einen Bauzaun und zwei Werbetafeln mit.

Ein stark hin und her schwingender Baukran in Trier-Nord sorgte gegen Mitternacht für mehrere Anrufe besorgter Augenzeugen bei der Polizei, doch die Beamten konnten Entwarnung geben. Ein Kran ist so konstruiert, dass er bei starkem Wind schwingen und so die Kraft des Sturms auspendeln kann.

Eine Spätfolge des Sturms: Am Freitagnachmittag fiel ein Baum auf ein Haus in Mariahof.

Verbandsgemeinde Trier-Land: Wegen umgestürzter Bäume waren die Kreisstraßen 19 bei Welschbillig-Hofweiler, die K 7 bei Trierweiler-Udelfangen und die K 27 zwischen Newel-Lorich und Trier-Biewer gesperrt.
Mit dem Sturm kam der Schnee. Vor allem sorgten Verwehungen im Bereich der B 51 mehrere Stunden lang für Probleme: bei Welschbillig-Windmühle, an der Einmündung der K 21 bei Welschbillig-Möhn und bei Trierweiler-Neuhaus

Ein Unfallschwerpunkt war offenbar die Fidei. Gegen 5 Uhr kollidierte auf der L 46 zwischen Speicher und Zemmer ein VW Golf mit einem umgestürzten Baum. Der PKW wurde dabei beschädigt. Auch auf der L 36 zwischen Speicher und Rothaus stürzten Bäume um, dort prallte ein Auto bei schneeglatter Fahrbahn auf einen Stamm. Die Fahrer wurden nicht verletzt.

Verbandsgemeinde Ruwer: Elf Einsätze sind nach Auskunft von Pressesprecher Daniel Luy bis in die frühen Morgenstunden von rund 100 Helfern abgearbeitet worden. Kurz nach Mitternacht wurden die Wehren zu einem Wohnungsbrand nach Gusterath gerufen. Dort hatten sich in einem Pellet-Ofen Pellets außerhalb des Brennraums entzündet. Umgestürzte Bäume mussten die Einsatzkräfte ebenfalls entfernen, und zwar in Pluwig, Gutweiler, Korlingen, Herl, Lorscheid, Farschweiler, Thomm, Morscheid, Bonerath, Holzerath und Schöndorf. In Lorscheid flog ein Gewächshaus weg.

Verbandsgemeinde Konz: Mario Gaspar, Wehrführer der Verbandsgemeinde Konz, hat insgesamt 14 Einsätze in der Nach auf Freitag registriert. Sechsmal sei die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Konz ausgerückt, um umgestürzte Bauzäune, Bäume und Schilder wieder aufzustellen oder wegzuräumen. Die Pellinger Wehr war ebenfalls mehrmals im Einsatz. Ein Baum ist mitten im Ort auf eine Straße gestürzt, weitere auf die B 268 zwischen Trier und Pellingen. Wegen umgestürzter Bäume auf der Wiltinger Kupp habe die Einsatzkräfte in Wiltingen alle Hände voll zu tun gehabt. Weitere Einsätze gab es laut Gaspar im Konzer Tälchen.

Unabhängig von dem Sturm waren laut Polizei 50 Einsatzkräfte am frühen Morgen in Oberemmel im Einsatz. Der Alarm ging gegen 5.20 Uhr. Im Untergeschoss eines Hauses brannten Elektrokabel. Als die Feuerwehr eingetroffen sei, habe es stark gequalmt. Deshalb haben die Oberemmler Wehrleute weitere Kräfte aus Konz, Niedermennig und Wiltingen hinzugerufen.

Das Feuer war schnell gelöscht, aber einer der Bewohner wurde mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Ersten Ermittlungen der Polizei deuten darauf hin, dass ein Kurzschluss in einem Stromverteilerkasten das Feuer verursacht hat. "Die genaue Schadenshöhe kann zur Zeit noch nicht beziffert werden", heißt es bei der Polizei. Während des Einsatzes war die Oberemmeler Hauptstraße zeitweise voll gesperrt.

Verbandsgemeinde Saarburg: Bernhard Hein, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Saarburg, meldet neun Sturmeinsätze für die Nacht zum Freitag. In zwei Fällen habe der Wind in Irsch Ziegel von Dächern heruntergefegt. Betroffen waren ein Wohnhaus und eine Scheune.

Bei den sieben weiteren Einsätzen ging es um umgestürzte Bäume außerhalb von Ortschaften. Die meisten waren zwischen Saarburg und Kahren umgefallen. Dort sei auch die Leitplanke zerstört worden. Ebenfalls betroffen waren Straßen zwischen Saarburg und Beurig, Irsch und Zerf, Trassem und Kirf, zwischen Biebelhausen und Niederleuken sowie bei Merzkirchen. Für die Räumung durch die Feuerwehr hatte die Polizei die B407 bei Saarburg, Trassem, Meurig sowie die L132 zwischen Saarburg und Kahren gespert.

In Freudenburg und dem dazugehörigen Ortsteil Kollesleuken sowie Trassem war laut Hein für ein bis zwei Stunden der Strom ausgefallen.

Verbandsgemeinde Hermeskeil: Hier mussten die Einsatzkräfte laut Wehrleiter Daniel Bredel ab 2 Uhr 15 Mal ausrücken. Gegen 2.30 Uhr sei für eine halbe Stunde im Bereich der Ortschaften Reinsfeld, Hinzert-Pölert, Beuren und in Teilen der Stadt Hermeskeil der Strom ausgefallen. Außerdem seien einige Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt worden, darunter die Landesstraße 166 zwischen Züsch und Damflos und die L 146 zwischen Reinsfeld und Holzerath. Letztere war nach Auskunft von Arnold Eiden, Leiter der Masterstraßenmeisterei Hermeskeil, noch bis zum späten Vormittag gesperrt - ebenso wie die L 142/L 151 zwischen der Hunsrückhöhenstraße und Weiskirchen.

Verbandsgemeinde Kell am See: Dort wurde die erste Wehr gegen 1 Uhr zur Bundesstraße 268 bei Greimerath gerufen, weil dort ein Baum die Fahrbahn versperrte. Die Freiwillige Feuerwehr Zerf rückte gegen 4.20 Uhr zu einem Einsatz zwischen Hirschfelderhof und Weiskirchen aus, wo ein Auto von einem umgestürzten Baum eingeklemmt wurde. Der Fahrer wurde nicht verletzt. Auch bei Mandern rutsche ein Auto auf der B 407 in einen Baum, es gab keine Verletzten.

Nach Angaben der Leiterin der Touristinformation Kell am See, Walburga Meyer, ist der Ruwer-Hochwald-Radweg "bis auf Weiteres" nicht benutzbar. Dort lägen "an verschieden Stellen" Bäume über dem Weg.

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