Ausreise leicht gemacht

TRIER. (thk) Die Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) und der Arbeitskreis Asyl Rheinland-Pfalz halten auch nach vier Jahren Existenz der Landesunterkunft für Ausreisepflichtige, dem sogenannten Ausreisezentrum, an ihrer Forderung nach der Schließung der Einrichtung fest. Dies teilten die Initiativen bei einer Tagung in Trier mit.

In dem Ausreisezentrum würden die Menschen bewusst in eine Stimmung der Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit versetzt. Desweiteren fördere das Ausreisezentrum nicht die Rückkehr von Flüchtlingen, sondern trage dazu bei, dass eine Vielzahl von Flüchtlingen in die Illegalität abtauchten. Von den offiziell 40 gemeldeten Personen sei nur eine Handvoll dort anzutreffen. Der Rest komme nur sehr sporadisch in die Einrichtung oder sei sogar ganz untergetaucht. "Unsere Erfahrung zeigt: die Verpflichtung zur Wohnsitznahme im Ausreisezentrum wird bewusst eingesetzt, um die Bewohner in Mut- und Hoffnungslosigkeit zu versetzen. Viele leiden nach langjährigem Aufenthalt an Depressionen, und etliche werden so in die Illegalität gedrängt", sagt Maria Kronenberg von der Humanitären Hilfe Trier. Sie besucht die Flüchtlinge regelmäßig. Seit 2003 befindet sich auf dem Gelände in der Dasbachstraße die Landesunterkunft für Ausreisepflichtige. Dort sind Menschen untergebracht, deren Asylverfahren abgelehnt worden ist, aber denen aufgrund verschiedener Gründe die notwendigen Papiere für eine Abschiebung fehlen. Oft verweigern auch die Herkunftsländer die Aufnahme dieser Menschen. Der Vorwurf der Asylinitiativen ist der, dass dort psychischer Druck auf die Menschen ausgeübt würde, um sie zur sogenannten freiwilligen Ausreise zu bewegen. Allein dass man dabei von "freiwilliger Ausreise" spreche, sei eine Farce, so die Initiativen. 2006 wurde der Begriff "freiwillige Ausreise" zum Unwort des Jahres gewählt. "Jetzt, vier Jahre seit Bestehen der Einrichtung in Trier, ist es höchste Zeit, das gescheiterte Projekt endlich zu beenden," so Siegfried Pick, Pfarrer und Sprecher des Arbeitskreises Asyl Rheinland-Pfalz.