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Ausstellung zum Thema häusliche Gewalt

Ausstellung zum Thema häusliche Gewalt

Die Ausstellung "Rosenstraße 76" kann zurzeit in der europäischen Kunstakademie besichtigt werden. Die wirkungsvolle Schau beschäftigt sich mit dem Thema häusliche Gewalt und ist bis zum 12. September in Trier zu Gast.

Trier. Jede vierte Frau in Deutschland ist in einer Beziehung schon einmal Opfer von Gewalt geworden. Unter dem Namen "Rosenstraße 76" wird in der europäischen Kunstakademie häusliche Gewalt thematisiert.

Die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) und der Förderverein des Trierer Frauenhauses zeigen in einer in der Akademie nachgestellten Drei-Zimmer-Wohnung Relikte einer Familie, die von häuslicher Gewalt betroffenen ist, und klärt so über das Thema und die vielen Facetten der Gewalt auf. Das hilft nicht nur Betroffenen, sondern schärft auch allgemein die Wahrnehmung für häuslichen Terror. Bis zum 12. September können die Ausstellung und die dazu angebotenen Workshops in der Akademie noch besucht werden. "Frauen, die in Gewaltsituationen leben, haben immer noch Angst", erklärt Mitorganisatorin und Vorsitzende der KFD Trier, Ilse Diewald. Ein besonderes Problem hierbei ist die (soziale) Wohnungsnot der Stadt Trier. Diese verhindert oft, dass Frauen den Mut finden, dem Gewaltkreislauf zu entfliehen und sich trauen, neu anzufangen. Denn auch die Plätze in Frauenhäusern sind knapp.

"Häusliche Gewalt hat immer noch den Geruch des Privaten" sagt Diewald. Wichtig sei, dass häusliche Gewalt thematisiert wird, denn in der Öffentlichkeit werde das Thema mittlerweile zwar nicht mehr tabuisiert, aber "im alltäglichen Leben hat das Thema noch keinen Platz", erklärt Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen, der zusammen mit der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Malu Dreyer die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen hat. "Vielleicht versuchen wir, uns einzureden, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht im normalen Leben passiert", meint Dreyer, denn diese geschieht nicht nur in einkommens- und bildungsschwachen Familien, sondern in allen gesellschaftlichen Schichten. Jensen weist darauf hin, dass man "die Männer, die Gewalt ausüben" nicht vergessen darf, "denn sie verlieren dabei auch ihre Würde". Oft könnten sich auch die Täter alleine nicht aus dem Kreislauf der Gewalt befreien.